Asics
Die S-Klasse der Jogger

Der Aktienkurs von Asics ist Anfang der Woche eingebrochen. Ein neuer Superschuh für die Langstrecke soll die Japaner nun wieder zurück in die Spur bringen – und die Investoren besänftigen. Gut 250 Euro kostet ein Paar.

LondonWas für Daimler die neue S-Klasse ist für Asics der neue Langstrecken-Laufschuh „Meta-Run“: Das Glanzstück der Produktpalette, technisches Aushängeschild und eine Kampfansage an die Konkurrenz. In New York, Tokio und London hat der japanische Laufspezialist den großen Hoffnungsbringer am Mittwoch vorgestellt, Mitte kommender Woche wird er weltweit in den Regalen der Sporthändler stehen. Der Preis: 250 Euro.

„Dieser Schuh ist der neue Industrie-Standard“, sagte Europa-Chef Alistair Cameron bei der Präsentation in der britischen Hauptstadt. Wie die Luxus-Limousinen gibt es den „Meta-Run“ ebenfalls nur in verhältnismäßig kleinen Dosierungen: 60.000 Stück kommen weltweit in die Lauf-Stores, davon 2000 nach Deutschland. Zum Vergleich: Von allen sonst üblichen Modellen setzt Asics mehrere Millionen Stück ab. Die kosten dann aber auch nur die Hälfte.

Der „Meta-Run“ kommt keinen Moment zu früh, denn Asics steht schwer unter Druck. Die Investoren sind seit Wochenbeginn alarmiert. Am vergangenen Montag ist der Aktienkurs in Tokio um fast ein Fünftel eingebrochen, weil der Konzern seine Prognose fürs laufende Jahr zurücknahm. Umsatz und Gewinn werden weit geringer ausfallen als noch Mitte September angekündigt, teilte Asics mit.

Asics wird zwar nach wie vor kräftig wachsen, rund zehn Prozent soll das Plus betragen. Doch vor allem im wichtigen brasilianischen Markt läuft es nicht mehr rund, auch im eigenen Land stagnieren die Einnahmen. Rund ein Viertel seines Geschäfts macht die Marke in Japan. Wohl und Wehe von Asics hängen damit noch viel stärker an der Heimat als etwa beim fränkischen Rivalen Adidas.

Deutschland steht bei der Traditionsfirma nur noch für einen kleinen einstelligen Prozentsatz. Insgesamt wird Asics wohl auf Erlöse von umgerechnet rund 3,2 Milliarden Euro kommen – das entspricht in etwa den Einnahmen von Puma, des nach Adidas zweitgrößten deutschen Sportkonzerns.

Asics ist zwar weltweit die Laufmarke schlechthin. Doch das Label muss zwingend in spannende Produkte, in eigene Läden und in pfiffige Werbung investieren. Der Grund: Für die weitaus größeren Konkurrenten Nike und Adidas ist Laufen inzwischen eine Kernkategorie. Die beiden global führenden Sportkonzerne haben jedoch viel üppigere Marketing-Etats als die Japaner, und das zahlt sich aus.

Adidas hat gerade erst ein Umsatzplus im sogenannten „Running“-Segment von neun Prozent im dritten Quartal verkündet. In Nordamerika, China und auch in Japan sei es sogar zweistellig nach oben gegangen, sagte Vorstandschef Herbert Hainer.

Wie wichtig der Sport für die Marke ist, zeigt der größte Deal von Adidas seit Jahren: Im Sommer erst hat der Konzern für gut 200 Millionen Euro die Lauf-App „Runtastic“ geschluckt.

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