Athen droht eine Klage der EU
Griechische Reeder rufen nach Freiheit

Die griechische Fährschifffahrt steuert auf eine schwere Krise zu. Bis zum Jahr 2008 muss die Hälfte der heute eingesetzten Flotte wegen Altersschwäche außer Dienst gestellt werden. Ersatz ist jedoch nicht in Sicht.

HB ATHEN. Denn die Reedereien geben neuen Schiffen keine Chance, solange der Staat den Markt nicht dereguliert. Darauf drängt auch die EU. Sie droht mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Die Athener Regierung lenkt jetzt wahrscheinlich ein.

Für Griechenland mit seinen mehr als 120 bewohnten Inseln ist die Küstenschifffahrt ein wichtiger Verkehrsträger. Die Fährschiffe beförderten im vergangenen Jahr rund 15 Millionen Passagiere. Bleibt die Erneuerung der Flotte aus, würde es auf den Inseln besonders große Probleme geben. „Wenn die Schiffe nicht ersetzt werden, droht unserer Fährschifffahrt der Zusammenbruch“, warnt George Xiradakis, Schifffahrts-Analyst in Piräus.

Eine EU-Direktive verpflichtete Griechenland zwar bereits Anfang 2004 dazu, den Inlands-Fährverkehr zu liberalisieren. Aber die Athener Regierung ignoriert die EU-Vorschriften bisher. „Der Staat reguliert immer noch die Routen und die Fahrpläne, die meisten Tarife, die Zusammensetzung und die Arbeitszeiten der Crews“, klagt Michalis Sakellis, Geschäftsführer von Blue Star Ferries, „uns wird sogar vorgeschrieben, zu welchen Preisen wir den Kaffee an Bord verkaufen müssen.“ Nach zwei Abmahnungen durch die EU droht Griechenland jetzt wegen der unzulässigen Reglementierungen eine Klage.

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