Auch bei Langstreckenjets legen die Europäer zu
Start des Airbus A350 stört Pläne von Boeing

Die jüngste Nachricht aus dem Hause Lufthansa spiegelt die aktuelle Lage im Flugzeugbau wider: Die größte deutsche Airline bestellt bei Airbus sieben weitere Langstreckenjets vom Typ A340-600 im Gesamtwert von gut einer Mrd. Dollar. Boeing hingegen geht leer aus: Der US-Rivale stellt inzwischen sogar sein Ziel in Frage, bis Jahresende 200 Aufträge für seine stolze Neuentwicklung 7E7 einzusammeln.

ebe DÜSSELDORF. Es sei unklar, ob diese Marke erreicht werden könne, musste Marketing-Vorstand Randy Baseler kürzlich einräumen. Bisher hatte Boeing beteuert, in diesem Jahr 200 Jets der Familie 7E7 „Dreamliner“ verkaufen zu können. Doch drei Wochen vor Sylvester hat der US-Konzern erst 52 Flugzeuge im Orderbuch stehen, davon allein 50 von der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways.

Die Investmentbank J. P. Morgan sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den zögerlich eintreffenden 7E7-Bestellungen und dem für den heutigen Freitag erwarteten Startschuss des Airbus-Konkurrenzmodells A350. Der Nachfragefluss der 7E7-Bestellungen sei durch die A350-Pläne unterbrochen worden, schreiben die Analysten von J.P. Morgan. Nach Informationen aus Branchenkreisen hat etwa Singapore Airlines deutlich gemacht, erst das neue Angebot von Airbus abwarten zu wollen. Damit könnte die Fluglinie beide Hersteller besser gegeneinander ausspielen.

Airbus will mit der zweistrahligen A350 seine führende Marktposition im Langstreckenbereich verteidigen. Das Modell ist eine gut 3 Mrd. Euro teure Weiterentwicklung des erfolgreichen Mittelstreckenjets A330. Fluggesellschaften sollen damit in die Lage versetzt werden, längere Nonstop-Flüge bereits mit 250-Sitzern wirtschaftlich betreiben zu können. Bisher sind Langstreckenjets meist für 400 und mehr Fluggäste konzipiert, um auf bessere Stückkosten zu kommen.

Die neuerliche Lufthansa-Bestellung zeigt, wie weit Airbus seinem Konkurrenten enteilt ist. Der Kranich-Konzern hat seine Langstreckenflotte zuletzt ausschließlich mit Airbus-Jets verstärkt. In Branchenkreisen heißt es, Lufthansa wolle ab 2007 einige Boeing 747-400 ausmustern und dafür die effizientere A340-600 einsetzen.

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