Auch Emirates Post sucht Partner für Beteiligung
Deutsche Post prüft Einstieg in Italien

Die Deutsche Post setzt ihren internationalen Expansionskurs im Briefgeschäft trotz eines Rückschlags in Belgien fort. Vorstandschef Klaus Zumwinkel hat jetzt ein Auge auf die italienische Post und die Post der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) geworfen.

DÜSSELDORF/STOCKHOLM. „Wir werden bei beiden zur Privatisierung vorgesehenen Gesellschaften eine Beteiligung prüfen“, bestätigte ein Sprecher der Deutschen Post dem Handelsblatt.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi will die italienische Post in einem „Zeithorizont von mindestens 18 Monaten“ teilprivatisieren. Die Poste Italiane hat zuletzt den Umsatz um elf Prozent auf neun Mrd. Euro gesteigert und den Gewinn auf 236 Mill. Euro mehr als verdoppelt. Auch die Post der VAE gilt als profitabel.

In Dänemark hat die Deutsche Post ein Angebot abgegeben. Dort steht eine 25-Prozent-Beteiligung an der Post zum Verkauf. Eine Entscheidung stehe unmittelbar bevor, sagte ein Sprecher der Post Danmark dem Handelsblatt. Die Deutsche Post gilt als Favorit, da sie im Paketgeschäft mit der Post Danmark kooperiert. Geboten haben auch die niederländische TPG und der Finanzinvestor CVC Capital Partners.

In Belgien hat die Deutsche Post dagegen einen Rückzieher gemacht. In belgischen Finanzkreisen hieß es, dass die Deutsche Post kein Angebot für La Poste/De Post abgegeben habe. „Dazu können wir uns nicht äußern“, sagte ein Post-Sprecher. In Branchenkreisen gilt dies nach dem Umzug des DHL-Luftdrehkreuzes von Brüssel nach Leipzig, das den Verlust tausender Arbeitsplätze bedeutet, aber als wahrscheinlich. Zudem gilt die verlustreiche belgische Post als Sanierungsfall. Mit dem Konsortium aus französischer La Poste und TPG bemüht sich zudem eine mächtige Allianz um die Beteiligung.

Auch im Logistikgeschäft wird die Deutsche Post als Einkäufer gehandelt. Sie gilt neben dem US-Paketkonzern UPS als einer der Interessenten für den britischen Kontraktlogistiker Exel. Ein Post-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Sollte sich die Post aus strategische Gründen zu einer Übernahme gezwungen sehen, etwa um eine Übernahme durch UPS zu verhindern, könnte der hohe Preis für Exel den Kurs der Post-Aktie belasten, warnen indessen Analysten.

Der Verkauf der Großgut-Logistik von Karstadt-Quelle wird wie geplant über die Bühne gehen. Sprecher von Karstadt und der Post betonten, dass die Übernahme durch die Rücknahme eines ersten Genehmigungsantrags beim Kartellamt nicht gefährdet sei. Dies sei aus rein formalen Gründen und in Abstimmung erfolgt. In Kürze werde ein neuer Antrag eingereicht.

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