Auch Entlassungen geplant
Karstadt-Quelle kündigt Entlassungen an

Der angeschlagene Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle will 4 000 Stellen streichen. Vor allem in der Essener Hauptverwaltung will das Unternehmen kräftig sparen.

HB ESSEN. So weit wie möglich würden die Kürzungen sozialverträglich verlaufen. Insgesamt sollen etwa 145 Millionen Euro eingespart werden. Es sei geplant, den Stellenabbau in den 212 Waren- und Sporthäusern bis zum Jahr 2006 abzuschließen.

Eine Überprüfung der Verwaltungsstrukturen habe ein Einsparpotenzial von rund 95 Millionen Euro ergeben, berichtete die Karstadt Warenhaus AG am Samstag. Im Verkaufsbereich würden die Personalkosten den Eckwerten für 2005 zufolge um weitere 50 Millionen Euro reduziert. Einzelheiten des Arbeitsplatzabbaus sollten in Kürze in Gesprächen über einen Interessenausgleich und Sozialplan geregelt werden. „Die Maßnahmen sollen die Attraktivität und Produktivität der Warenhäuser steigern“, hieß es. Die Karstadt- Warenhäuser haben rund 47 000 Mitarbeiter bei 37 500 Vollzeitstellen.

Bereits vor einigen Tagen war in Medienberichten von einem Abbau von 4 000 Stellen und der Schließung von 30 Warenhäusern die Rede. Damals hatte ein Sprecher unter Hinweis auf laufende Gespräche gesagt, dass es noch keine konkreten Zahlen gebe. Am Samstag kündigte Karstadt die schrittweise Einführung eines neuen Kassen- und Lagersystems für alle 212 Standorte an. Von Schließungen war keine Rede. Mit dem neuen System sollten Service und Kundenberatung sichergestellt werden. Auch würden Maßnahmen zur „kundenorientierten Arbeitszeitflexibilisierung“ fortgeführt.

Der Karstadt-Quelle-Konzern war nach einem bereits schwachen Geschäftsjahr 2003 schlecht in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal rutschte das Unternehmen tief in die Verlustzone mit einem operativen Minus von 171 Millionen Euro. Unter dem Strich vervierfachte sich der Verlust bei 3,5 Milliarden Euro Umsatz auf 110 Millionen Euro. Der neue Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff dringt auf einen harten Sparkurs und die Überprüfung aller Verlustbringer.

Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ/Essen) berichtet in der Montagausgabe unter Berufung auf Informierte Kreise, auch in weiteren Karstadt-Quelle-Bereichen stünden harte Einschnitte mit erheblichem Personalabbau bevor. Dazu zähle besonders der Versandhandel. In Vorbereitung sei bereits eine Beschäftigungsgesellschaft. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte kürzlich die Befürchtung geäußert, etwa ein Drittel der Beschäftigten könnte von Kostensparmodellen betroffen sein.

Im Warenhausbereich sollen der „WAZ“ zufolge 800 der geplanten Stellenstreichungen bereits in diesem Jahr erfolgen. Im kommenden Jahr würden es 2000 und 2006 schließlich 1 200 Arbeitsplätze sein.

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