Auch feindliche Übernahme denkbar
Macquarie lässt bei LSE noch nicht locker

Im Übernahmewettbewerb um die London Stock Exchange hat die australische Bank Macquarie offenbar mit einer ausführlichen Buchprüfung begonnen. Macquarie habe seit Freitagabend Zugang zu den Büchern der LSE, hieß es in Macquarie-nahen Kreisen am Sonntag. Eine Aufstockung des Angebots für die LSE sei nicht ausgeschlossen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Macquarie hat bis kommenden Donnerstag Zeit, ein formales Angebot für den größten europäischen Börsenbetreiber vorzulegen.

HB LONDON. Die LSE hatte vergangene Woche die bisherigen Übernahmepläne von Macquarie als lächerlich zurückgewiesen. Die australische Bank hatte zuvor mitgeteilt, möglicherweise ein Gebot von umgerechnet 1,5 Mrd. Pfund (rund 2,2 Mrd. Euro) oder 580 Pence je Aktie vorzulegen. In den Kreisen hieß es am Sonntag, die Erhöhung des Gebots auf 600 Pence sei nicht ausgeschlossen. Auch eine feindliche Übernahme sei denkbar oder aber auch ein Verzicht auf eine Teilnahme an dem Bieterwettkampf.

Sollte es bei dem auch von den meisten Experten als zu niedrig bewerteten Übernahmeangebot der Australier bleiben, würde die Vierländerbörse Euronext als Interessent für die LSE wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Euronext hat bereits grundsätzlich ihre Kaufabsicht betont, bislang aber noch keinen Preis genannt, zu dem sie die rund 300 Jahre alte britische Finanzinstitution übernehmen wollte.

Die bisher genannte Offerte von Maquarie läge über den 530 Pence, die die Deutsche Börse vor rund einem Jahr für die LSE geboten hat. Nach einem Streit mit eigenen Aktionären im Frühjahr hat der Frankfurter Marktbetreiber eine Übernahme nicht mehr aktiv verfolgt, sich aber offiziell nie davon zurückgezogen.

Macquarie hatte um detailliertere Informationen gebeten, bevor über ein formales Angebot entschieden wird. „Wir sind daran interessiert, mit allen wichtigen LSE-Aktionären zu sprechen“, hieß es in den Kreisen am Sonntag. LSE und Macquarie lehnten einen Kommentar ab.

LSE-Aktien stiegen am Freitag in Erwartung auf ein höheres Gebot um 1,14 Prozent auf 619 Pence, womit die Londoner Börse mit 1,6 Mrd. Pfund bewertet wurde.

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