Auch Hochtief an einem Airport interessiert
Flughafenbetreiber BAA sieht Zerschlagung gelassen

Der britische Flughafenbetreiber BAA steht endgültig vor der Zerschlagung. In einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC räumte BAA-Chairman Nigel Rudd ein, dass die britische Wettbewerbskommission das Unternehmen aus kartellrechtlichen Gründen zwingen werde, einen oder mehrere seiner Flughäfen abzugeben.

LONDON. "Nach allem, was man hört, bereitet die Kommission eine Entscheidung dieser Art vor", sagte Rudd. Eine Zerschlagung wäre nach Ansicht von Rudd "kein finanzielles Desaster" für sein Unternehmen.

BAA gehört seit 2006 zur spanischen Baugruppe Ferrovial. Die Spanier hatten sich in einem Bietergefecht gegen die Investmentbank Goldman Sachs durchgesetzt und den Flughafenbetreiber für rund zehn Mrd. Pfund (umgerechnet rund zwölf Mrd. Euro) übernommen. BAA betreibt sieben Flughäfen, darunter die drei wichtigsten Londoner Airports Heathrow, Stansted und Gatwick. Kritiker werfen BAA vor, dass das Unternehmen in der britischen Hauptstadt und in Schottland quasi ein Monopol besitze und nicht genügend Geld in die Infrastruktur investiere. Die britische Wettbewerbskommission urteilte in einem Zwischenbericht, dass die Marktmacht von BAA weder den Fluggesellschaften noch den Passagieren nutze.

Viele Wettbewerbsexperten werten die Untersuchung der Aufsichtsbehörde als Konsequenz der Privatisierung von BAA vor fast 20 Jahren. Damals wurden die Rahmenbedingungen für die Eigentumsstruktur der Flughäfen nicht konsequent reformiert, und es wurde keine Regulierung eingeführt. 2002 erhielt die britische Wettbewerbsaufsicht mehr Befugnisse. In dieser Woche wird die Kommission ihren Abschlussbericht veröffentlichen.

Die Analysten von Exane BNP Paribas erwarten, dass die Wettbewerbshüter BAA zum Verkauf des Londoner Flughafens Gatwick zwingen werden. Britische Medien berichteten, dass BAA möglicherweise sogar zwei Londoner Airports abgeben müsse und dass auch ein schottischer Flughafen auf dem Spiel stehe.

An Interessenten mangelt es nicht. Nach Informationen der Zeitung "Sunday Times" wurde BAA-Chairman Rudd von einer Reihe potenzieller Bieter angesprochen, die bereit seien, bis zu drei Mrd. Pfund für Gatwick zu bezahlen. Auf der Liste findet sich neben der australischen Bank Macquarie, der Manchester Airport Group und einem Fonds von GE Credit Suisse auch der deutsche Baukonzern Hochtief. In der vergangenen Woche kündigte Ryanair sein Interesse am Airport Stansted an.

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