Auch Komplettverkauf weiter möglich
Banken arbeiten vorsorglich an Praktiker-Börsengang

Der Handelsriese Metro hat ein Bankenkonsortium damit beauftragt, den möglichen Börsengang seiner Baumarkt-Tochter Praktiker vorzubereiten. Ob Praktiker tatsächlich aufs Parkett gebracht wird, steht aber noch nicht fest.

HB DÜSSELDORF. Metro prüfe aber weiter alle strategischen Optionen für Praktiker, hob der Konzern am Montag hervor. Dazu gehöre neben dem Börsengang auch der komplette Verkauf an einen Investor. „Es ist noch keinerlei Entscheidung gefallen“, bekräftigte ein Sprecher. Am kommenden Donnerstag wird der Metro-Aufsichtsrat nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen über die Zukunft von Praktiker beraten.

Die führenden Banken in dem Konsortium für einen Börsengang seien JP Morgan, ABN Amro und Deutsche Bank, teilte Metro mit. Aus Finanzkreisen hieß es, beteiligt an den Vorbereitungen seien außerdem die Hypo-Vereinsbank, die Dresdner Bank, die HSBC und die Commerzbank.

Früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge verhandelt Metro schon länger exklusiv mit der britischen Investorengruppe Permira über einen Verkauf von Praktiker. Den Angaben zufolge erwartet Metro einen Erlös von mindestens 1,15 Milliarden Euro für die Baumarktsparte, sei es durch einen Börsengang oder durch einen Verkauf. Ein Konzernsprecher wollte sich am Montag zum Stand dieser Gespräche nicht äußern.

In der vergangenen Woche hatte Metro überraschend vorläufige Geschäftszahlen für seine Baumarkttochter veröffentlicht. Demnach stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um 2,4 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro. In Deutschland lag das Wachstum flächenbereinigt auf Vorjahresniveau und damit leicht besser als der Branchendurchschnitt. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um rund 40 Prozent.

Im Baumarktsektor in Deutschland tobt seit Jahren ein unerbittlicher Verdrängungswettbewerb, da es nach einhelliger Branchenüberzeugung zu viel Verkaufsfläche gibt. Experten schätzen die überflüssige Fläche auf rund 30 Prozent des Bestandes. Dennoch versuchen vor allem die drei führenden Baumarktgruppen Obi, Praktiker und Hornbach weiter, durch großflächige Neueröffnungen Marktanteile zu gewinnen.

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