Auch Werbekonzern WPP hat Interesse
Havas bringt sich beim Poker um Aegis wieder ins Gespräch

Die Übernahmespekulationen um das britische Media-Unternehmen Aegis haben gestern eine neue Wendung bekommen. Der französische Werbekonzern Havas hat sich am Morgen mit einer Mitteilung wieder als möglicher Käufer ins Gespräch gebracht.

tel FRANKFURT/M. An Aegis Media, der weltgrößten noch unabhängigen Firma im Geschäft mit Planung und Einkauf von Werbeplätzen, ist nach Brancheninformationen auch der britische Werbekonzern WPP interessiert. Der französische Konkurrent Publicis hatte bereits Gespräche mit Aegis bestätigt.

Wie ein Sprecher von Aegis dem Handelsblatt sagte, habe man mittlerweile „mehr als eine“ Offerte bekommen. Die Gespräche befänden sich allerdings noch im Anfangsstadium. Ob WPP und Havas Angebote abgegeben haben, wurde weder dementiert noch bestätigt.

In der Mitteilung, mit der Havas die Märkte überraschte, distanziert sich der Konzern von den Worten seines Chairmans und Hauptaktionärs, Vincent Bolloré, am Wochenende. Der hatte betont, dass seine gerade auf 12,6 Prozent aufgestockte Beteiligung an Aegis rein finanzieller Natur sei.

In der Havas-Mitteilung heißt es, dass Bolloré diese Aussagen nicht in seiner Rolle als Chairman von Havas gemacht habe, sondern in seiner Funktion als Chef seines Finanzunternehmens Groupe Bolloré. „Solche Aussagen sollten keine Auswirkung auf die Frage haben, ob Havas sich zu irgendeiner Zeit an irgendeinem Gebot für Aegis beteiligen wird oder nicht“, hieß es weiter.

An den Märkten wird die Mitteilung dahin gehend gewertet, dass Havas sich noch eine Tür aufhalten wolle, sein Mediageschäft durch Aegis zu vergrößern. Im Vergleich zu den anderen internationalen Werbekonzernen WPP, Publicis und Omnicom fehlt der Havas-Tochter MPG, die laut Schätzung des Branchenreports Recma deutlich hinter Aegis auf Platz sechs liegt, die ausreichende Größe. Analysten sind aber der Ansicht, dass Havas einen Kauf von Aegis nicht finanzieren kann.

Aegis hatte Ende September ohne Nennung von Namen gemeldet, ein Angebot über 140 Pence je Aktie bekommen zu haben. Das würde das Unternehmen mit 2,8 Mrd. Euro bewerten. Gestern wurde die Aegis-Aktie in London mit 144 Pence gehandelt. Das Unternehmen gehört verschiedenen Investorengruppen.

Der britische Werbekonzern WPP plant nach Informationen des Wall Street Journal zusammen mit der Investmentfirma Hellmann & Friedman ein Gebot für Aegis. Allerdings soll WPP vor allem an dessen Marktforschungstochter Synovate interessiert sein.

WPP hat sich mit dem Kauf der Werbegruppe Grey und deren Mediatochter Mediacom in diesem Jahr die Führung im globalen Mediageschäft vor Publicis erobert. Das könnte das Motiv für Publicis’ Gebot sein. Größenvorteile spielen beim Werbezeiten-Einkauf eine wichtige Rolle, zudem bündeln immer mehr Werbekunden ihre weltweiten Etats bei einem Anbieter.

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