Auf dem Weg zum Weltmarktführer
Aktionäre stimmen für Fusion mit Tui-Travel

Tui-Chef Friedrich Joussen hat sein Ziel erreicht: Die Aktionäre haben für die Fusion von Tui und Tui Travel, einst vom Konzern abgespalten, gestimmt. Es würde ein neuer Weltmarktführer entstehen.
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HannoverDie Tui -Aktionäre machen den Weg für die geplante Milliarden-Fusion mit der britischen Tochter Tui Travel frei. 99,85 Prozent der Anteilseigner haben sich auf der Hauptversammlung für eine Kapitalerhöhung ausgesprochen, wie Tui am Dienstag mitteilte. Der Schritt ist Voraussetzung für den Kauf von Tui Travel. Erforderlich war eine Drei-Viertel-Mehrheit. Nun steht noch das Votum der Tui-Travel-Anteilseigner aus - sie stimmen ab 17.15 Uhr in London ab. Durch den Deal würde der größte Reisekonzern der Welt entstehen.

Die Entscheidung hatte sich bereits abgezeichnet Tui-Chef Friedrich Joussen hatte vor den entscheidenden Abstimmungen über die geplante Milliarden-Fusion mit der Tochter Tui Travel viel Zuspruch von den Aktionären erhalten. Die industrielle Logik des beabsichtigten Schulterschlusses mit den Briten sei überwältigend, da damit teure Doppelstrukturen aufgelöst würden, sagte Marc Tüngler, Chef des Kleinaktionärsvereins DSW am Dienstag auf der TUI-Hauptversammlung. „Wir als Aktionäre sind sehr glücklich“, betonte Anteilseigner Bernd Günther.

Joussen übernahm bei Tui vor gut anderthalb Jahren das Ruder und verordnete dem MDax-Konzern eine Rosskur. Ende Juni dann der Coup: Der Reisekonzern soll mit Tui Travel fusionieren - dort ist das Kerngeschäft gebündelt.

Die Anwesenheitsquote auf der Hauptversammlung in der niedersächsischen Hauptstadt betrug 61,7 Prozent, gut 1200 Aktionäre fanden sich zunächst in Hannover ein. Am Nachmittag lichteten sich die Ränge aber deutlich. Der russische Milliardär Alexej Mordaschow, der gut ein Viertel der Tui-Aktien hält, hat nach Firmenangaben bereits sein Ja versichert. „Jetzt kommt zusammen, was zusammen gehört“, hatte Joussen für das Vorhaben geworben.

Nun müssen noch drei Viertel der Tui-Travel-Eigner dem Zusammenschluss zustimmen. Die Hürde ist hoch, da sich die Quote auf die 46 Prozent ausstehende Aktien bezieht, die die Tui AG nicht schon hält. Analysten sehen die Gefahr, dass eine kleine Gruppe von Aktionären von Tui Travel die Übernahme blockiert.

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