„Auf eigenen Wunsch“
Letzter Oesterle-Vorstand verlässt Celesio

Mit Großhandels-Manager Wolfgang Mähr verlässt nun auch das letzte Vorstandsmitglied aus der Ära des ehemaligen Firmenchefs Oesterle den Pharmagroßhändler Celesio - doch reibungslos lief die Trennung offenbar nicht ab.
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StuttgartDer neue Chef des kriselnden Pharmagroßhändlers Celesio, Markus Pinger, hat sich auch des letzten Vorstandes aus der Zeit seines Vorgängers Fritz Oesterle entledigt. Wolfgang Mähr, als Manager für den Großhandel zuständig für Celesios zentrales Brot- und Buttergeschäft, scheide „auf eigenen Wunsch und in bestem Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat aus dem Unternehmen“, teilte der MDax-Konzern am Freitag mit. Sein Vertrag ende schon am 30. September dieses Jahres - ursprünglich war er für zwei Jahre länger bestellt.

So reibungslos und harmonisch wie von Celesio dargestellt lief der Vorgang jedoch nicht ab. Bereits Anfang Juni hatten Recherchen der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX ergeben, dass ein Führungsstreit im Vorstand tobt und Pinger Mähr aus dem Unternehmen drängen wolle.

Wie aus sicherer Quelle in konzernnahen Kreisen verlautete, entschied der Celesio-Präsidialausschuss - dem neben Pinger auch der scheidende Haniel-Chef Jürgen Kluge angehört - sich von Mähr zu trennen. Der Mischkonzern Haniel kontrolliert Celesio. Dabei drängte die Zeit: Die Trennung sollte offensichtlich unter Dach und Fach sein, bevor der neue Haniel-Chef Stephan Gemkow im August Kluges Amt übernimmt. Noch ist Gemkow Finanzchef bei der Deutschen Lufthansa.

Mähr ist für den Großhandel verantwortlich, der mehr als 80 Prozent zum Konzernumsatz und -ergebnis beiträgt. Pinger wollte Mähr das Brasilien-Geschäft wegnehmen - dieser Bereich ist der Wachstumstreiber der mit Abstand größten Celesio-Sparte. Im Gegenzug sollte Mähr dann die gut 1600 Apotheken in Großbritannien übernehmen. Wie ein Insider dpa-AFX damals weiter berichtete, hoffte Pinger darauf, mit diesem Neuzuschnitt den letzten Vorstand aus der Oesterle-Ära loszuwerden. Das scheint nun offensichtlich gelungen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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