Auf Kosten des Gewinns
KWS Saat setzt auf Expansion

Der operative Gewinn von Saatguthersteller KWS Saat soll 2014/15 erneut sinken. Das Unternehmen plant höhere Ausgaben für Forschung und Expansion in neue Märkte – und will in Deutschland 100 Arbeitsplätze schaffen.
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FrankfurtDer Saatguthersteller KWS Saat will im laufenden Geschäftsjahr mehr Geld in die Forschung und die Erschließung neuer Märkte stecken und nimmt dafür einen erneuten Gewinnrückgang in Kauf. Das Betriebsergebnis werde im gerade begonnenen Geschäftsjahr 2014/15 nochmals deutlich sinken, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Dafür werde KWS Saat seine Forschungseinrichtungen am Heimatstandort Einbeck in Niedersachsen und in den USA erweitern, den Vertrieb in China, Brasilien und Osteuropa stärken und so weltweit rund 300 Arbeitsplätze schaffen. Etwa 100 neue Stellen entstünden in Deutschland, sagte Vorstandschef Philip von dem Bussche der Nachrichtenagentur Reuters. „Innovationen in Forschung und Züchtung sind Grundlage und Motor der weiteren Unternehmensentwicklung“, erläuterte er.

Rund 13 Prozent seines Umsatzes gibt KWS Saat jährlich für die Erforschung ertragsreicherer Nutzpflanzen aus. Schon im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 drückten die höheren Ausgaben das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aber um neun Prozent auf 138 Millionen Euro. Die Ebit-Marge sank auf 11,8 von 13,3 Prozent. Der Umsatz kletterte dagegen um knapp drei Prozent auf 1,18 Milliarden Euro, wobei der zu Jahresbeginn starke Euro einen höheren Anstieg verhinderte.

Für das neue Geschäftsjahr erwartet KWS Saat nun ein Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent, aber nur noch eine Ebit-Marge von „mindestens zehn Prozent“. Freuen dürfen sich die Anleger über eine trotz des sinkenden Gewinns unveränderte Dividende von drei Euro je Aktie.

DZ-Bank-Analyst Heinz Müller sagte, der KWS-Vorstand sei am Anfang des Geschäftsjahren bei seinen Prognosen immer vorsichtig. Er empfehle die Aktien weiter zum Kauf. Die im Kleinwerteindex SDax gelisteten Papiere gaben am Donnerstag leicht nach.

KWS Saat erzielt rund 60 Prozent seiner Umsätze mit Mais-Saatgut, 30 Prozent mit Zuckerrüben und Pflanzkartoffeln und zehn Prozent mit Getreide und Ölfrüchten wie Raps und Sonnenblumen. An einer Konsolidierung der Branche, in der KWS Saat weltweit auf Platz vier hinter Marktführer Monsanto, DuPont/Pioneer und Syngenta liegt, will sich das mehrheitlich in Familienhand befindliche Unternehmen nicht beteiligen. „Wir sind weder ein Target noch ein Mitspieler“, sagte von dem Bussche. „Wir werden in Ruhe unseren eigenen Weg gehen.“ Zukaufen werde KWS Saat höchstens, „wenn es mal eine kleinere Firma gibt, die zu uns passt.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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