Aufgrund eines kräftiges Wachstum
Flughafen München schließt zu Frankfurt auf

Der Münchener Flughafen schließt beim Verkehrsaufkommen zunehmend zu Frankfurt auf und will dem größten deutschen Flughafen auch die Lufthansa-Werft für das neue Großraumflugzeug Airbus A380 abspenstig machen.

HB MÜNCHEN. Der Chef der Flughafen München GmbH, Michael Kerkloh, sagte am Mittwoch im Presseclub München, der Flughafen habe Baurecht für eine solche Halle, wie sie die Deutsche Lufthansa für den A380 benötige. „Das ist ein seriöses Angebot. Wir hoffen, dass es die Lufthansa ausreichend zum Nachdenken bringt“, sagte er. Für den Bau der Werft in Frankfurt, für die auch ein Waldstück gerodet werden soll, läuft derzeit das Genehmigungsverfahren. Allerdings gibt es Einwände von Umweltschützern und Anwohnern.

Die Betreibergesellschaft Fraport geht von einer Genehmigung noch 2004 aus. Lufthansa verwies auf die eindeutige Festlegung auf Frankfurt. „Wir liegen in der Zeit“, sagte ein Sprecher. Lufthansa hoffe, dass alle Beteiligten in der Region die mit dem A380 verbundenen Chancen sehen würden. 2007 müsse die Halle betriebsbereit sein. Branchenexperten gehen davon aus, dass im Falle von Verzögerungen Lufthansa sich schnell für München als Alternative für die A380-Halle entscheiden könnte.

Im bisherigen Jahresverlauf ist der 1992 eröffnete Münchener Flughafen kräftig gewachsen, die Passagierzahlen legten bis Juni um 8,8 Prozent auf 12,6 Mill. zu. Die Anzahl der Starts und Landungen wuchs um 5,3 Prozent auf 171.000. Für das gesamte Jahr rechnet Kerkloh nun damit, das bisher anvisierte Wachstum beim Passagieraufkommen von vier bis fünf Prozent deutlich zu übertreffen. Bei der Gesamtzahl der Flüge würden im Winter - auf der Grundlage bisheriger Anmeldungen - 91 Prozent des Volumens des Frankfurter Flughafens erreicht, nach 78 Prozent im vorigen Jahr. Bei den Passagierzahlen ist der Abstand zu Frankfurt größer, da dort im Schnitt größere Flugzeuge eingesetzt werden.

Kerkloh sagte zur Lage in Frankfurt weiter, der Ausbau dort mit einer neuen Landebahn sei dringend nötig. „Wir dürfen in Deutschland nicht zulassen, dass die etablierte Drehscheibe Frankfurt in ihrem Entwicklungstempo gebremst wird“, sagte er. Es sei aber gut, dass die Lufthansa mit dem Drehkreuz München eine Alternative habe. Bei europäischen Verbindungen komme München im Sommerflugplan auf mehr Verbindungen als Frankfurt. Nun werde der Ausbau von Interkontinental-Flügen vorangetrieben.

Kerkloh will auch erreichen, dass der prestigeträchtige erste Passagierflug des neuen A380 nach Deutschland in München landet. Der erste A380 solle 2006 an die Fluggesellschaft Emirates geliefert werden. Emirates sei auch die offizielle Fluglinie für die Fußball-WM 2006 in Deutschland, und das Eröffnungsspiel wie das Medienzentrum seien in München. „Es wäre schön, wenn wir den ersten A380 zur WM hier hätten.“

Zu Aussagen aus Berliner Regierungskreisen, wonach der Bund für den Verkehrshaushalt 2005 aus dem Münchener Flughafen 600 Mill. Euro erlösen will, sagte Kerkloh, darüber habe er aus der Zeitung erfahren. „Ich weiß nicht, wie die Zahl zu Stande kommt. Es ist die Entscheidung der Gesellschafter, was sie mit den Anteilen machen, wir sind da nicht involviert.“ Der Bund hält 26 Prozent am Flughafen München und hat Kredite gegeben.

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