Auflage desWirtschaftsministeriums
Kartellamt genehmigt Gelsenwasser-Verkauf

Das Bundeskartellamt hat den geplanten Verkauf von 80,5 Prozent der Eon-Tochter Gelsenwasser an die Dortmunder Stadtwerke AG und die Stadtwerke Bochum GmbH ohne Auflagen genehmigt.

Reuters BONN. Auf den lokalen wie auf den regionalen Märkten der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung komme es durch den Zusammenschluss nicht zu Überschneidungen, begründete das Amt seine Entscheidung am Donnerstag. Dies gelte auch für die lokalen Märkte der Versorgung von Endverbrauchern mit Erdgas. Ob mit dem Verkauf auch die Auflage im Ministererlaubnisverfahren erfüllt sei, müsse indes das Bundeswirtschaftsministerium entscheiden.

Ende Juli hatte der Düsseldorfer Energiekonzern Eon angekündigt, seine Tochter Gelsenwasser für 835 Millionen Euro an die Stadtwerke Bochum und Dortmund veräußern zu wollen. Damit erfüllt Deutschlands größter Versorger eine der Auflagen, die das Wirtschaftsministerium an seine Erlaubnis der Eon-Fusion mit Ruhrgas geknüpft hatte. Eon erzielt aus der Veräußerung früheren Angaben zufolge einen Gewinn von rund 500 Millionen Euro.

Finanzierung mit erheblichem Eigenkapital

Mit der Übernahme des größten deutschen Wasserversorgers wollen die Stadtwerke Bochum und Dortmund ihre Marktposition in Nordrhein-Westfalen ausbauen. Mittelfristig sollen alle drei Unternehmen von wirtschaftlichen Synergien profitieren. Der Standort Gelsenkirchen soll ebenso wie die Arbeitsplätze bei Gelsenwasser erhalten bleiben. Die Stadtwerke der beiden Ruhrgebietsstädte finanzieren den Kauf früheren Angaben zufolge mit einem erheblichen Eigenkapitalanteil. Es sollen auch Rückstellungen für Pensionsleistungen und Wertpapieranlagen genutzt werden.

Um den Gelsenkirchener Gas- und Wasserversorger hatten sich neben den Stadtwerken Bochum und Dortmund, die beide bereits mit kleineren Anteilen an Gelsenwasser beteiligt sind, auch andere Bietergruppen beworben. Dazu zählten der Mannheimer Regionalversorger MVV Energie zusammen mit den Hamburger Wasserwerken, die Entsorgungsgruppe Rethmann und ein Konsortium aus dem französischen Wasserversorger Veolia und den Stadtwerken Düsseldorf.

Eon hatte bereits den Verkauf seiner Beteiligung am Regionalversorger Bayerngas an fünf süddeutsche Stadtwerke bekannt gegeben und damit eine erste Auflage aus der Ministererlaubnis für die Fusion mit Ruhrgas erfüllt. Auf der Verkaufsliste stehen nun noch die Beteiligungen am ostdeutschen Ferngasunternehmen VNG, am Oldenburger Regionalversorger EWE sowie an den Stadtwerken Bremen. Die ursprünglich am 11. August abgelaufene Frist für diese Veräußerungen ist inzwischen um mehrere Monate verlängert worden.

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