Aufräumen nach Übernahme
Metro macht zig Wal-Mart-Filialen dicht

Schon bei der Übernahme der deutschen Wal-Mart-Supermärkte Mitte des Jahres hatte der Metro-Konzern angedeutet, dass nicht alle Filialen überleben werden. Nun macht der Düsseldorfer Handelsriese Ernst. Er schließt etliche Läden und firmiert die anderen um. Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter.

HB DÜSSELDORF. 15 der 85 im Sommer geschluckten Märkte passten nicht ins Filialnetz und würden deshalb geschlossen, teilte Metro am Freitag mit. Auch die ehemalige Wal-Mart-Zentrale in Wuppertal werde im kommenden Jahr aufgelöst; deren Aufgabe soll wie bereits angekündigt die Real-Hauptverwaltung übernehmen. Die 70 verbleibenden Filialen sollten bis Mitte 2007 in Real-Märkte umgewandelt werden.

Der US-Kaufhausriese Wal-Mart hatte nach jahrelangen hohen Verlusten im Deutschland-Geschäft im Juli den Verkauf seiner 85 Supermärkte an Metro bekannt gegeben. Wal-Mart zog damit einen Schlussstrich unter das Projekt, im deutschen Einzelhandel Fuß zu fassen.

Der Metro-Konzern will durch den Zukauf seine angeschlagene Tochter Real stärken. Er sichert den Real-Supermärkten in Deutschland die Marktführerschaft im SB-Warenhaussegment. Die Kette mit mehr als 550 SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten mit Schwerpunkt auf dem Lebensmittelsektor war 2005 nach einem Skandal um überaltertes und umetikettiertes Hackfleisch in die Verlustzone gerutscht. In den ersten neun Monaten des Jahres sanken die Umsätze weiter.

Die Metro hatte bereits in der Vergangenheit angekündigt, nicht alle Wal-Mart-Filialen nutzen zu wollen. Die 70 Märkte, auf die nun die Wahl des Düsseldorfer Konzerns fiel, passten „geografisch und strategisch“ hervorragend zu Real und sollten zu einer Verbesserung der Markt-Position der Vertriebslinie beitragen, teilte Metro mit.

Von der Schließung der 15 Standorte sind 1 200 Mitarbeiter betroffen, die voraussichtlich ihren Arbeitsplatz verlieren. Fast 10 000 Stellen blieben aber in den weitergeführten Filialen erhalten. Die Belegschaften sollten umgehend informiert und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden, hieß es von der Metro. Die betroffenen Standorte wurden deshalb zunächst noch nicht genannt. Der Konzern bemühe sich um Nachmieter für die betroffenen Märkte.

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