Aufsichtsrat bewertet Übernahmeangebote
Alitalia favorisiert Air France-KLM

Der Aufsichtsrat der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden italienischen Fluglinie Alitalia hat am Freitag dem Übernahmeangebot von Air France -KLM den Vorzug vor dem des italienischen Mitbewerbers Air One gegeben. Doch damit ist noch nicht endgültig klar, wer zum Zug kommen wird.

HB MAILAND. Der Alitalia -Verwaltungsrat favorisiert die französisch-niederländische Gesellschaft Air France -KLM als Käufer für die schwer angeschlagene italienische Fluglinie. Das teilte Alitalia am Freitagabend nach einer rund siebenstündigen Sitzung mit. Es sei einstimmig festgestellt worden, dass "das unverbindliche Kaufangebot von Air France -KLM für die Gesellschaft in ihrem aktuellen kritischen Zustand die geeignetste Lösung für eine schnelle und dauerhafte Sanierung darstellt".

Air France -KLM plant Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro bis 2015, will 0,35 Euro pro Alitalia -Aktie bezahlen und bis zu 1700 Stellen abbauen. Mit den Investitionen soll vor allem die Mittel- und Langstreckenflotte erneuert werden.

Alitalia will jetzt dem italienischen Finanzministerium vorschlagen, mit Air France -KLM in Exklusivverhandlungen zu treten. Ein unverbindliches Kaufangebot hatte neben den Franzosen auch die zweitgrößte italienische Fluggesellschaft Air One abgegeben. Die italienische Regierung hatte vor wenigen Tagen angekündigt, zunächst die Empfehlung des Alitalia -Verwaltungsrates abzuwarten und dann bis Mitte Januar endgültig entscheiden zu wollen, mit welchem Bewerber Exklusivverhandlungen über einen Kauf aufgenommen werden sollten. Die Regierung werde die Vorschläge des Alitalia -Verwaltungsrats und die damit verbundene Dokumentation nun abwägen, hieß es in Rom. Der italienische Staat will mindestens 39,9 Prozent seiner insgesamt 49,9-prozentigen Beteiligung an der Gesellschaft verkaufen.

Während Ministerpräsident Romano Prodi dem Übernahmeangebot von Air France -KLM den Vorzug gibt, befürworten vor allem Regionalpolitiker und Gewerkschaften eine "italienische Lösung" mit der Gesellschaft Air One. Diese kündigte an, trotz der Entscheidung des Verwaltungsrates von Alitalia ihren Übernahmeplan der Regierung erläutern zu wollen.

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