Aufsichtsrat des Bonner Logistikkonzerns gibt grünes Licht
Deutsche Post bietet 5,5 Milliarden für Exel

Die Deutsche Post hat am Montagmorgen ihr offizielles Angebot für den britischen Logistiker Exel vorgelegt. Der Aufsichtsrat des Bonner Konzerns hat der größten Firmenübernahme in der Geschichte der Post nach einer dreitägigen Sitzung am Wochenende zugestimmt.

DÜSSELDORF. Die will rund 5,5 Milliarden Euro für Exel zahlen. Der Preis fällt damit etwas höher aus als ursprünglich erwartet. Die Post biete je Exel-Aktie 900 Pence sowie 0,25427 Aktien der Gesellschaft, teilte der Bonner Konzern am Montagmorgen mit. Etwa 72 Prozent des Gesamtpreises sollen in bar bezahlt werden, den verbleibenden Teil von 28 Prozent will die Post durch die Ausgabe eigener Aktien bestreiten. Eine Kapitalerhöhung soll damit beschränkt werden. Das Grundkapital werde sich um etwa sieben Prozent erhöhen. Entsprechende Informationen des Handelsblatts vom Wochenende bestätigten sich damit.

Exel-Chef John Allan wird neuer Logistikchef der Post. Ihm wird Frank Appel im Post-Vorstand Platz machen, der künftig Querschnittsfunktionen im Führungsgremium übernimmt. Die Logistiksparte der Post wird künftig vom Exel-Sitz in Bracknell bei London geführt.

Analysten und Branchenkenner begrüßen die Übernahme. Damit steigt die Deutsche Post mit einer halben Million Beschäftigten in die Top Ten der Weltkonzerne auf. Exel weist bei einem Umsatz von neun Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 240 Mill. Euro aus und beschäftigt 110 000 Mitarbeiter. Die Post baut ihre Logistiksparte zu einer der tragenden Säulen nach Briefgeschäft, dem Expressdienst sowie der Postbank aus. In der Logistik bestand noch Nachholbedarf, die Rendite lässt nach Auffassung von Analysten zu wünschen übrig. Die Post erzielt nach wie vor den Löwenanteil ihres Gewinns im Briefgeschäft. Die neu formierte Logistiksparte strebt bis 2008 einen Gewinn von einer Mrd. Euro an. Der Betrag soll aus den heute erwirtschafteten Gewinnen von jeweils rund 300 Mill. Euro, Synergieeffekten von voraussichtlich mehr als 200 Mill. Euro im Jahr und aus zusätzlichem Wachstum kommen.

Zwar scheint der Preis für Exel auf den ersten Blick hoch, doch dürfte sich das Geschäft langfristig bezahlt machen. Zumwinkel verdoppelt mit einem Schlag den Umsatz in der Logistiksparte und steigt in der See- und Luftfracht sowie in der Kontraktlogistik, der Organisation der Warenströme von Firmenkunden, zur Nummer eins in der Welt auf. Die Post lässt durch die Übernahme Konkurrenten wie die US-Paketriesen UPS und Fedex genauso hinter sich wie den Spediteur Kühne & Nagel und die niederländische Post TNT.

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