Aufsichtsrat genehmigte das Manila-Projekt wider besseres Wissen
Fraport über Manila-Risiken von Anfang an informiert

Einem Bericht zufolge war der Fraport-Aufsichtsrat von Anfang in alle Risiken des gescheiterten Manila-Projekts eingeweiht - und genehmigte es trotzdem.

HB BERLIN. Der Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers Fraport war von Anfang über sämtliche Risiken des gescheiterten Manila-Projekts informiert. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab unter Berufung auf Aufsichtsratsprotokolle. Diese belegten, dass dem Fraport-Aufsichtsrat schon im März 1999 Dokumente vorlagen, die eindringlich vor dem Manila-Engagement warnten, hieß es weiter.

Unter anderem sei dort auf die instabile politische Situation auf den Philippinen hingewiesen worden. Auch die mangelnden Einflussmöglichkeiten der Frankfurter auf die Unternehmenspolitik der philippinischen Tochter, die für den Bau eines neuen Terminals am Flughafen von Manila zuständig war, wurden beklagt. Zudem sei den Fraport-Managern bekannt gewesen, dass der Betreibervertrag, welcher der Fraport ein befristetes exklusives Betreiberrecht einräumte, nicht mit der philippinischen Verfassung vereinbar gewesen sei.

Dennoch sei das Vorhaben vom Kontrollgremium unter der Leitung des damaligen Aufsichtsrats-Chefs Karl Starzacher genehmigt worden. Auch sein Nachfolger im Aufsichtsrat, der hessische Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), habe das Engagement in Manila nicht gestoppt

.

Fraport hatte sich am Bau des Terminals mit rund einer halben Milliarde Euro beteiligt. Das Projekt musste aber komplett abgeschrieben werden, nachdem das oberste philippinische Gericht die zugrunde liegenden Verträge für ungültig erklärt hatte. Das Unternehmen versucht indessen auf dem Prozesswege einen Teil der Investitionssumme einzuklagen.

In den vergangenen Tagen wurde wiederholt in den Medien spekuliert, der Aufsichtsrat habe gegen die Bedenken einzelner Mitglieder des Gremiums das Manila-Projekt durchgezogen. Fraport wies solche Vermutungen zurück und beantragte unterdessen Strafanzeige gegen unbekannt, weil einzelnen Journalisten immer wieder vertrauliche Unternehmens-Dokumente zugespielt worden seien.

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