Aufsichtsrat stimmt Neuausrichtung zu
Karstadts Sanierung kostet Milliarden

Der angeschlagene Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle wird neu ausgerichtet. Außerdem wird das Unternehmen drastisch verkleinert. Deshalb werde der Essener Konzern im laufenden Geschäftsjahr operativ einen milliardenschweren Verlust verbuchen, teilte Karstadt-Quelle am Montagabend in einer Pflichtmeldung mit.

HB DÜSSELDORF. Der Essener Handelskonzern Karstadt-Quelle wird sein Warenhaus- und Versandhandelsgeschäft drastisch verkleinern und neu ausrichten. Deshalb rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr operativ mit einem milliardenschweren Verlust.

Zudem werde Karstadt-Quelle eine Kapitalerhöhung über 500 Mill. € vornehmen, teilte der Vorstand am Montagabend nach einer mehrstündigen Aufsichtsratssitzung in einer Pflichtveröffentlichung mit. Der Konzern werde eine umfassende Neubewertung seines Portfolios vornehmen und sich neu ausrichten, hieß es in der Mitteilung. Der Aufsichtsrat, in dem zur Hälfte auch Vertreter der Arbeitnehmerseite sind, habe diesem vom Vorstand ausgearbeiteten Programm zugestimmt.

Die Abschreibungen und die Kosten der Restrukturierungsmaßnahmen würden das Ergebnis des Geschäftsjahres 2004 einmalig in Höhe von bis zu 1,4 Mrd. € belasten, erklärte Karstadt-Quelle. Die Pläne des Konzernvorstandes sähen aber vor, bereits im kommenden Jahr 2005 wieder ein „deutlich positives Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta)“ zu erzielen. Auf die Frage, wann der Konzern auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben wird, ging das Unternehmen nicht ein.

Bisher rechnete der seit Juni amtierende neue Konzernchef Christoph Achenbach für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang von 4,5 bis fünf Prozent und einem operativen Verlust (Ebta) von 160 bis minus 200 Mill. €. Darin waren allerdings ausdrücklich noch nicht außerordentliche Restrukturierungsaufwendungen eingerechnet.

Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie zum weiteren Abbau der Nettofinanzverschuldung sei eine Kapitalerhöhung mit einem Emissionsvolumen von 500 Mill. € vorgesehen, teilte das Unternehmen weiter mit. Analysten hatten im Vorfeld über einen Finanzierungsbedarf allein der notwendigen Restrukturierungen in dieser Höhe spekuliert. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten hatten sich im Vergleich zum Vorjahr per Ende Juni um 15,5 % erhöht auf mehr als 2,3 Mrd. €. Zugleich war das Eigenkapital um 14,4 % abgesackt auf 1,29 Mrd. €.

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