Aufsichtsratssitzung
Tui-Beschäftigte wehren sich gegen Aufspaltungspläne

Wenn am Montag der Aufsichtsrat der Tui AG über die Zukunft des Konzerns debattiert, könnte es zu hitzigen Diskussionen kommen. Die Arbeitnehmervertreter wollen einer möglichen Aufspaltung des Unternehmens nicht tatenlos zusehen. Das kündigte der stellvertretende Aufsichtsratschef der Tui, Jan Kahmann, an.

HB HANNOVER/BERLIN/MÜNCHEN. "Bei den bevorstehenden Diskussionen über die Zukunft der Tui werden wir einer Lösung nur zustimmen, wenn der Touristik-Standort Hannover und der Hapag-Lloyd - Standort Hamburg nicht gefährdet sind", sagte Kahmann der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". "Wir legen außerdem Wert darauf, dass die Arbeitsplätze an beiden Standorten erhalten bleiben." In Hannover sind nach Tui - Angaben rund 4 000 Mitarbeiter beschäftigt, in Hamburg bei Hapag Lloyd rund 1 900.

Der Zeitung "Die Welt" (Samstag) sagte Kahmann, die Gewerkschaft Verdi habe sich im Rahmen des Maritimen Bündnisses bemüht, möglichst gute Bedingungen für die deutsche Schifffahrt zu schaffen. "Dabei haben wir als Gewerkschaft in der Vergangenheit Zugeständnisse bei den Besatzungen gemacht", sagte der frühere Verdi -Bundesvorstand. Diese Kooperationsbereitschaft habe bewirkt, dass wieder mehr Schiffe unter deutscher Flagge führen. "Es kann nicht sein, dass jetzt die Früchte unserer Anstrengungen im Ausland geerntet werden." Eine Reederei wie Hapag -Lloyd sei für den Standort Deutschland wichtig, "weil dort auch hoch qualifizierte Spezialisten ausgebildet werden".

Bei Tui wird offenbar eine Teilung des Unternehmens in das Touristikgeschäft und die Reederei Hapag -Lloyd diskutiert. Am Montag tagt der Tui -Aufsichtsrat, um über eine mögliche Abspaltung der Schifffahrtsparte Hapag Lloyd zu diskutieren, wie sie der norwegische Tui -Großaktionär John Fredriksen fordert. Im Gespräch ist dabei laut Medienberichten auch ein Verkauf der Hapag -Lloyd. Irritiert zeigten sich die Arbeitnehmervertreter über Tui -Chef Michael Frenzel, der sich bis zuletzt vehement gegen eine Teilung gewehrt hatte und nun Medienberichten zufolge selbst ein solches Vorgehen propagieren soll. Er sei von den Aussagen Frenzels überrascht worden, sagte Kahmann. "Ich möchte mir auf der Aufsichtsratssitzung erst einmal ein Bild davon machen, was Frenzel zu sagen hat."

Insbesondere der Großaktionär Fredriksen hatte eine Zerlegung des Unternehmens gefordert, um die Schifffahrtstochter voranzubringen. Der 63 Jahre alte Schiffsreeder und Multimilliardär hält mindestens fünf Prozent der Aktien und hat angeblich auch andere Aktionäre für seine Forderung gewinnen können. Frenzel hatte im Januar dagegen eine Verschmelzung der Konzernzentrale mit der Reedereitochter vorgeschlagen, um Hapag -Lloyd, die als Ertragsperle gilt, besser vor einer Übernahme zu schützen.

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