Aufwendige Zulassungsverfahren bremsen Expansionspläne der Bahn
Frankreich-Einsatz des ICE wird teuer

Die Pläne der Deutschen Bahn (DB), mit dem Hochgeschwindigkeitszug ICE 3 künftig von Frankfurt aus nach Paris zu fahren, werden zu einem extrem teuren Abenteuer. Bis zur Aufnahme des Verkehrs wird es wenigstens 60 Mill. Euro verschlungen haben, erklärten Vertreter der Bahn und der Industrie in Brüssel.

BRÜSSEL. Seit zehn Jahren bemüht sich die DB bei der französischen Staatsbahn SNCF und den Aufsichtsbehörden um die technische Zulassung ihres Paradepferdes. Voraussichtlich ab Ende 2007 will sie fünf tägliche ICE-Verbindungen von Frankfurt via Saarbrücken und weiter über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Paris fahren. Bis Ende des Jahres hofft sie auf grünes Licht aus Paris. „Der Prozess hat enorme Kräfte gefordert, viel Geduld erfordert und viel Geld gekostet“, sagte Joachim Mayer, technischer Fahrzeugchef der DB, vor Journalisten.

Rund 25 Mill. Euro habe das Zulassungs-Procedere bisher verschlungen, ergänzte Joachim Fried, Europa-Bevollmächtigter im Bahnkonzern. Hinzu kämen weitere Umrüstungskosten für die Züge. Sie lägen je ICE bei 7 bis 8 Mill. Euro, bestätigte Thomas Gerhard, Engineering-Chef von Siemens Transportation. Und das, obwohl es sich bereits um Mehrsystem-Fahrzeuge für den Einsatz im französischen Strom- und Signalsystem handele. Nun müssten zusätzliche technische Auflagen erfüllt werden. „Förmliche Anträge, ministerielle Zustimmungen, sich ständig ändernde Forderungen mit erheblichen Anpassungen begleiteten die Vorbereitungen zu den Testfahrten von 2001 bis 2004", berichtet Mayer. Von einer Unternehmensberatung lassen beide Bahnen derzeit Konzepte für eine gemeinsame Bedienung der neuen Strecke erarbeiten. Die SNCF bemüht sich parallel um die Zulassung des TGV im deutschen Netz.

„Die französischen Behörden haben die Prüfverfahren ganz bewusst in unzulässiger Weise verzögert“, schimpfte der Hamburger Europa-Abgeordnete Georg Jarzembowski, verkehrspolitischer Sprecher der EVP-ED-Fraktion im Straßburger Parlament. Sie hätten damit versucht, im Wettbewerb der beiden Zugsysteme TGV und ICE Zeit zu gewinnen, sagte er dem Handelsblatt. Das sei „gemeinschaftswidrig“.

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