"Aus eigener Schlachtung"
Fleischwerbung von Aldi sorgt für böses Blut

Weil der Discounter Aldi Süd Fleischprodukte mit Begriffen wie "aus eigener Schlachtung" beworben hat, geht nun der Fleischer-Verband aus die Barrikaden. Für Aldi Süd ist es nicht der erste Rechtsstreit mit dem Handwerk.
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FrankfurtNeuer Ärger für Aldi Süd: Nach den Bäckern klopfen jetzt auch die Fleischer dem Lebensmittel-Discounter auf die Finger. Der Deutsche Fleischer-Verband habe Aldi Süd per Abmahnung aufgefordert, seine Werbung und Präsentation für Wurstpackungen der Marke „Meine Metzgerei“ zu ändern, berichtete die „WirtschaftsWoche“. Ein Verbandssprecher bestätigte diesen Schritt. Der Fleischer-Verband prüfe jetzt weitere Schritte, sagte er. Aldi weist die Vorwürfe zurück.

Nach Meinung des Verbandes verkaufe Aldi Süd Fleisch und Wurst eines der größten deutschen Fleischverarbeiter mit irreführenden, metzgertypischen Begriffen wie „aus eigener Schlachtung“, berichtete das Magazin. Man erwarte bei einer solchen Aussage, die der Verband in einem Info-Blatt gefunden habe, handwerklich hergestellte Produkte und keine Industrieprodukte, erläuterte der Verbandssprecher. Der Verband werfe Aldi Süd eine „bewusste Täuschung“ der Verbraucher vor.

Der Discounter weist den Vorwurf entschieden zurück. Das Unternehmen habe „die Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung abgelehnt“, teilte Aldi Süd der „WirtschaftsWoche“ mit. Der Fleischer-Verband bespricht mit seinen Anwälten das weitere Vorgehen. „Wir prüfen weitere Schritte“, sagte der Sprecher des Verbandes. Eine Klage schloss er in dem Zusammenhang nicht aus.

Aldi Süd befindet sich bislang bereits im Rechtsstreit mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, der vor mehr als einem Jahr Klage wegen irreführender Werbung beim Landgericht Duisburg einreichte. Dabei geht es um frische Backwaren aus Back-Automaten, die der Discounter beworben hatte. Der Zentralverband sprach vom Aufwärmen fertiger Backwaren oder höchstens von leichter Bräunung. Aldi Süd erklärte hingegen damals, es finde ein Backvorgang statt.

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ im vergangenen Monat berichtete, rechnet der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks mit einem Abschluss des Verfahrens um die Back-Automaten nicht vor Ende 2011.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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