Ausbau des Harddiscount-Geschäfts
Carrefour sagt Aldi und Lidl den Kampf an

Der neue Chef des französischem Einzelhandelsriesen Carrefour, Lars Olofsson, will dem schleichenden Marktanteilsverfall im Kernmarkt Frankreich endlich ein Ende setzen. Dazu setzt der Ex-Nestlé-Manager auf den Ausbau des Harddiscount-Geschäfts und attackiert damit auch Aldi und Lidl.

PARIS. „Es gibt keinen Grund, dass wir hier nicht Marktführer in Frankreich werden“, meinte Olofsson bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Nach Informationen der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ plant Carrefour, eine neue Harddiscount-Kette namens Carrefour Value zu gründen. Olofsson kommentierte das am Donnerstag nicht.

Die neue Strategie sieht zudem den Ausbau des E-Commerce und eine Schärfung des Markenprofils. vor. Ferner kündigte Olofsson an, die Sparanstrengungen zu verdreifachen und in diesem Jahr 500 Mio. Euro einzusparen. Die Investitionen werden um 400 Mio. Euro auf 2,5 Mrd. Euro gekürzt. Gerade diese Ankündigung fiel an der Börse auf fruchtbaren Boden; die Aktie legte über drei Prozent zu. Dabei lagen die Ergebnis leicht unter den Erwartungen. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten stieg nur um 0,3 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro.

Carrefour ist nach dem US-Riesen Wal-Mart der zweitgrößte Einzelhandelskonzern der Welt. Der Konzern hat erfolgreich in Wachstumsmärkte wie China expandiert, verliert auf dem wichtigen Heimatmarkt Frankreich aber an Boden. Vor allem das Geschäft der riesigen Hyper-Märkte, die von Fernsehern, Kleidung und Lebensmittel alles anbieten, schwächelt.

Daher flogen bereits zwei Carrefour-Chefs raus. Die beiden Großaktionäre, Bernard Arnault und der US-Fonds Colony Capital, haben den Marketing-Profi Olofsson von Nestlé geholt, um das Markenpotenzial von Carrefour zu heben und in Frankreich Marktanteile zu gewinnen.

„Meine Priorität ist Frankreich, Frankreich und nochmal Frankreich“, gab Olofsson als Leitlinie aus. In Frankreich erzielt Carrefour fast die Hälfte seines Umsatzes. „Wir müssen unser Preis-Image bei unseren Kunden verbessern“, sagte der gebürtige Schwede. Daher will Carrefour in diesem Jahr 600 Mio. Euro in gezielte Preissenkungen und Preis-Kommunikation stecken. Um die Marge zu heben, will er indes das Angebot an Eigenmarken unter dem Label Carrefour um 40 Prozent ausbauen. Konkurrent Leclerq, Marktführer in Frankreich, wirbt extrem aggressiv mit seinem Preis-Image und trotzt damit Aldi und Lidl.

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