Ausbaupläne
Lufthansa kontert Air-Berlin-Angriff

Die größte deutsche Fluggesellschaft investiert am Flughafen Düsseldorf und versucht damit, den Expansionsplänen des ärgsten Konkurrenten Air Berlin etwas entgegenzusetzen. Zuvor hatte die Lufthansa den Standort am Rhein jahrelang vernachlässigt.

DÜSSELDORF/BERLIN. Die Deutsche Lufthansa expandiert am Flughafen Düsseldorf und greift damit die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin beim Aufbau ihres Drehkreuzes an. Lufthansa stationiert drei Langstreckenmaschinen am Rhein, die ab Mai nach New York, Chicago und Toronto (Sommer) sowie Miami (Winter) fliegen werden. „Wir haben in Düsseldorf noch viel vor“, erklärte der zuständige Bereichsleiter von Lufthansa, Christoph Klingenberg. Düsseldorf genieße aufgrund des lukrativen Klientels im Umkreis bei der Expansion der Lufthansa höchste Priorität.

Die mit rund 20 Mrd. Euro Umsatz größte deutsche Fluggesellschaft hatte Düsseldorf in den vergangenen Jahren vernachlässigt. Die nach dem Krisenjahr 2001 eingestellten Strecken waren nur sukzessive wieder aufgenommen worden. Lufthansa konzentrierte sich auf die beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München. Sowohl die aggressive Expansion von Air Berlin als auch die ausländischer Fluglinien wie Emirates setzten den Branchenprimus jedoch unter Druck. „Die Lufthansa hat Düsseldorf und ganz Norddeutschland über Jahre etwas vernachlässigt – und sich somit angreifbar gemacht“, sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Aufnahme neuer Strecken sei auch eine Reaktion auf die erstarkte Air Berlin, die der erste ernst zu nehmende deutsche Konkurrent sei.

Der Flughafen Düsseldorf verfügt über das größte Einzugsgebiet aller deutschen Flughäfen. Im Umkreis von 100 Kilometern wohnen 18 Mill. Menschen, zehn Dax-Konzerne haben hier ihren Sitz. Mit 4,23 Mill. Passagieren war Lufthansa 2007 am Flughafen Düsseldorf nur Nummer zwei. Air Berlin kam mit der übernommenen Ferienfluggesellschaft LTU auf rund 6,5 Mill. Fluggäste. Die Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin will Düsseldorf zum ersten eigenen internationalen Drehkreuz ausbauen und investiert etwa auch in die Technikbasis. Beide Fluggesellschaften liefern sich schon seit Monaten einen Preiskampf. Air Berlin bot ab Düsseldorf bereits Flüge nach New York für 149 Euro an, Lufthansa für 313 Euro.

Auch das Engagement von Lufthansa ist langfristig. Die Stationierung der drei Maschinen vom Typ A340 und die Aufnahme neuer Strecken geht einher mit dem Ausbau der Business- und First Class-Lounges sowie der Technikbasis. Auch das Managementteam vor Ort wird gestärkt. Lufthansa hat die Position eines Regionalleiters neu geschaffen, der die Wachstumsstrategie verantworten soll. Bislang gab es solche Posten bei Lufthansa nur an den Flughäfen Frankfurt und München. Auch der Vertrieb wurde verstärkt.

Während sich der Konkurrenzkampf von Lufthansa und Air Berlin zuspitzt, verlangsamt sich das Wachstum des Marktes. Ralf Teckentrup, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), sagte am Mittwoch in Berlin, er rechne für 2008 mit einem Plus von vier bis sechs Prozent. Im vergangenen Jahr hatten die BDF-Mitgliedsunternehmen noch 118,4 Mill. Passagiere befördert – und damit ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht.

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