Ausblick 2011
Deutsche Reiseveranstalter sind optimistisch

2009 und auch weite Teile dieses Jahres waren für die Tourismusbranche kein Zuckerschlecken. Nun setzen die deutschen Reiseveranstalter nach einer langen Durststrecke durch die Wirtschaftskrise zur Aufholjagd an. Heute war die großes Jahrestagung.
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HB MÜNCHEN. Im angelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 könnten sie an die Rekordergebnisse aus 2008 anknüpfen, zeigte sich DRV-Präsident Klaus Laepple am Donnerstag auf der Jahrestagung des Verbands im marokkanischen Agadir zuversichtlich. "Die Deutschen reisen wieder mehr und geben auch wieder mehr für den Urlaub aus", sagte der scheidende Präsident, der nach zehn Jahren an der Spitze des Verbands nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Der neue Präsident soll am Samstag gewählt werden.

Im Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 legte der Umsatz der deutschen Reiseveranstalter um bis zu drei Prozent auf 21,3 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Urlauber stieg im Vergleich zum Krisenjahr 2008/09 um fünf Prozent. Davon dürften auch börsenotierte Veranstalter wie TUI und Thomas Cook profitiert haben, für die Deutschland einer ihrer wichtigsten Märkte ist. Beide Unternehmen wollen ihre endgültigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr in den kommenden Wochen vorlegen.

Vor etwa einem Jahr hatte die Zukunft für die über 2500 deutschen Reiseveranstalter nicht rosig ausgesehen. Wegen der Wirtschaftskrise und drohender Arbeitslosigkeit hatten viele Familien auf eine Urlaubsreise verzichtet. Die Buchungen bei vielen Veranstaltern waren daher eingebrochen.

Nun schöpft die Branche wieder Hoffnung. Die Umsätze für die bevorstehende Wintersaison lägen prozentual zweistellig im Plus. "Diese Steigerungsraten für den Winter sagen zwar noch nicht viel aus, weil sie auf hohen Vorjahresverlusten basieren. Aber auch die Vorausbuchungen für das gesamte Touristikjahr 2010/11 liegen über den Vorjahreswerten", sagte Laepple.

Im vergangenen Jahr waren bei den deutschen Urlaubern vor allem Autoreisen innerhalb Deutschlands, nach Österreich, die Schweiz oder die Benelux-Staaten, sowie Ziele in der Türkei und Ägypten beliebt. Rückgänge gab es hingegen im schuldengeplagten Griechenland und in Tunesien. In die DRV-Statistiken fließen nur jene Reisen ein, die über einen Veranstalter gebucht werden.

Von den Zuwächsen profitierten auch die im Verband organisierten deutschen Reisebüros und Onlinevertriebsportale, deren Umsatz 2009/10 um fünf Prozent auf 20,2 Mrd. Euro zulegte. Grund dafür war auch das starke Wachstum bei Geschäftsreisen, die während der Krise noch stärker eingebrochen waren als Privatreisen.

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