Ausblick auf 2006
Sixt gewinnt Niederlage bei Europcar eine positive Seite ab

Deutschlands größter Autovermieter Sixt hatte vor einige Wochen noch selbst um die VW-Tochter Europcar gebuhlt, die dann letztlich aber einen Finanzinvestor ging. Doch statt Trübsal zu blasen, zeigt sich Erich Sixt hoch erfreut über das Geschehene. Er erwartet sich nicht zuletzt durch die neue Konstellation in 2006 steigende Gewinne.

HB MÜNCHEN. Vorstandschef und Hauptaktionär Erich Sixt sagte am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in München, Sixt wolle die Preise im Mietgeschäft um rund 5 Prozent aufstocken. Der Erzrivale Europcar stehe unter Druck, „seine Erträge dramatisch zu steigern“, nachdem ihn der französische Finanzinvestor Eurazeo für insgesamt 3,3 Mrd. Euro von Volkswagen übernommen hat. Es sei deshalb nicht zu erwarten, dass sich Europcar auf Grund der hohen Renditeanforderugen der Franzosen auf einen Preiskampf einlassen werde.

„Wir sind äußerst erfreut. Etwas Besseres hätte uns nicht passieren können“, sagte der Chef des SDax-Unternehmens zu der Übernahme. Dabei hatte sich Sixt zusammen mit dem Private-Equity-Haus Apax selbst um die einstige VW-Tochter bemüht – erfolglos. Das Unternehmen werde sich nun aber nicht anderweitig nach größeren Zukäufen umsehen, betonte Sixt. „Ein feindliches Übernahmegebot für Avis Europe kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, begegnete er Spekulationen. Bei kleineren und günstigen Gelegenheiten würde die Firma durchaus zugreifen. Derzeit sei aber – auch in den USA – nichts zu haben. Sixt führe keine Gespräche.

2006 erwartet das Unternehmen einen Wachstumsschub durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Sixt gehe für das laufende Jahr von zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und operativem Ergebnis aus. Voraussichtlich werde das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stärker steigen als der Umsatz. „Wir gehen eher von einer überproportionalen Entwicklung aus“, sagte Sixt. Im ersten Quartal habe sich ein anhaltend positiver Trend abgezeichnet. Im Euro-Raum sieht Sixt eine leichte konjunkturelle Besserung, die den Geschäftsreiseverkehr ankurbeln sollte. „Auch der Tourismus wächst wieder, auch das ist gut für uns“, sagte er.

Über die Partnerschaft mit dem WM-Sponsor Hyundai sei Sixt der einzige Autovermieter, der das Logo der Fußball-WM für Werbezwecke nutzen dürfe. Deshalb verspricht er sich ein stärkeres Vermietungsgeschäft im Umfeld des Sportspektakels. „Wir rechnen mit einigen tausend Fahrzeugen, die wir mehr auf der Straße haben werden“, sagte Sixt. Sein Haus habe eigens 2 000 Hyundai-Modelle geordert, die allerdings fast ausschließlich von Funktionären des Welt-Fußballverbandes Fifa gebucht worden seien.

Im vergangenen Jahr hat Deutschlands größter Autovermieter einen Gewinn von 55,9 Mill. Euro bei einem Umsatz von 1,34 Mrd. Euro erzielt, wie das Unternehmen bereits bekannt gegeben hatte. Der Umsatz aus dem Geschäft mit Vermietung und Leasing von Fahrzeugen sei mit 16 Prozent auf 1,08 Mrd. Euro mehr gewachsen als jener aus dem Verkauf von Gebrauchtwagen. In diesem Segment hätten die Umsätze um knapp 8 Prozent auf 256,6 Mill. Euro zugelegt.

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