Ausblick
Tourismus profitiert von aufstrebenden Schwellenländern

Gute Nachrichten aus der Tourismusbranche: Nach deutlichen Einbrüchen im vergangenen Jahr sehen Experten die Reisebranche weltweit wieder im Aufwind. Für 2011 wird ein dickes Plus erwartet.
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HB MÜNCHEN. Vor allem die starke Nachfrage aus boomenden Schwellenländern in Asien und Südamerika sorgt bei Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und Hoteliers wieder für klingelnde Kassen, wie aus heute veröffentlichten "ITB World Travel Trends Report" für 2010 hervorgeht. "Die globale Krise der Reisebranche ist vorbei", sagte ITB-Manager Martin Buck zu Reuters.

Im auslaufenden Jahr 2010 steigt die Zahl der Reisen im Vergleich zum Vorjahr weltweit voraussichtlich um fünf Prozent auf einen Rekordwert von 9,8 Milliarden. Dabei gaben Urlauber und Geschäftsreisende bei Auslandsaufenthalten 781 Milliarden Euro aus - sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr, als die Reisekassen wegen der Wirtschaftskrise eingedampft wurden. Firmen mussten sparen, um ihre Finanzen im Griff zu behalten und Privatleute hatten Angst um ihren Arbeitsplatz und deshalb lieber auf einen Urlaub verzichtet.

2011 erwarten die Experten ein Plus bei Auslandsreisen zwischen drei und fünf Prozent. Es sei vor allem die wachsende Mittelschicht in Ländern wie China, Indien, Russland und Brasilien, die verreise, während sich die Europäer und Nordamerikaner zurückhielten, sagte Buck. Der Tourismustrend-Report basiert auf der Einschätzung von 50 Tourismusexperten aus aller Welt, die sich alljährlich im Vorfeld der Tourismusmesse ITB versammeln. Die ITB findet von 9. bis 13. März 2011 in Berlin statt.

Der weltweit größte Reisemarkt gemessen an der Zahl der Auslandsreisen bleibt Deutschland mit einem Marktanteil von zehn Prozent, gefolgt von den USA und Großbritannien. "Deutschland kann seine Stellung als Reiseweltmeister halten, während England zum Beispiel recht starke Rückgänge zu verzeichnen hat", sagte Buck.

In Europa, dem Stammmarkt von Tourismuskonzernen wie TUI Travel und Thomas Cook, zeichnet sich dem Marktforschungsinstitut IPK zufolge im kommenden Jahr lediglich ein Wachstum von ein bis zwei Prozent ab. Die Finanzkrise werde auch dann noch die Reisepläne von 65 Prozent der Europäer beeinflussen, hieß es in dem Bericht.

Besonders in den beiden größten Märkten Deutschland und Großbritannien seien die Menschen zurückhaltend bei ihren Urlaubsplänen. Buck sieht vor allem die Eurokrise als potenzielle Bedrohung für die Branche. "Für den Fall, dass das eskaliert, hätte das gravierende Folgen - auch für die touristische Nachfrage.

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