Ausblick
Zeitarbeitsbranche glaubt an goldene Zukunft

Der niederländische Personaldienstleister Randstad erwartet einen spürbaren Anstieg der Zeitarbeit in Deutschland. Mittelfristig geht Randstad von einer Million Menschen aus, die in Deutschland bei Personaldienstleistern unter Vertrag stehen werden. Kurzfristig steht die Branche aber massiv unter Druck.

MÜNCHEN. Der niederländische Personaldienstleister Randstad erwartet einen spürbaren Anstieg der Zeitarbeit in Deutschland. "Nach der Krise werden mehr Zeitarbeiter beschäftigt sein als zuvor", sagte Konzernchef Ben Noteboom im Gespräch mit dem Handelsblatt. Mittelfristig geht Randstad von einer Million Menschen aus, die in Deutschland bei Personaldienstleistern unter Vertrag stehen werden. Derzeit arbeiten in Deutschland 650 000 Menschen für Zeitarbeitsfirmen.

Kurzfristig steht die Branche aber massiv unter Druck. Seit Sommer 2008 sind in Deutschland rund 100 000 Stellen verlorengegangen, vor allem in der Autoindustrie und bei den Zulieferern brennt es lichterloh. Die Krise hat den Schweizer Marktführer Adecco und Randstad im vierten Quartal europaweit tief in die roten Zahlen gerissen. Der Trend ist nicht gestoppt: "Im Januar und Februar sind unsere Umsätze noch einmal um 24 Prozent eingebrochen", sagt Noteboom. "Eine Erholung ist schwer zu prognostizieren." Ob Randstad in diesem Jahr schwarze Zahlen schreibt, lässt Noteboom offen. Randstad ist mit einem Jahresumsatz von 14 Mrd. Euro weltweit die Nummer zwei hinter Adecco, dessen Erlöse sich auf 20 Mrd. Euro summieren.

In Deutschland haben die Niederländer seit Anfang März einen Teil ihrer rund 3 000 festen Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt und die Zahl der Zeitarbeiter um 5 000 auf rund 50 000 reduziert. Der Konzern prüft zudem, ob ein Teil der verbliebenen Zeitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt werden kann. Die Bundesagentur für Arbeit hat die Branche im Herbst 2008 erstmals in die Regelung einbezogen, um Massenentlassungen zu verhindern.

"Wie viele Menschen wir am Ende des Jahres beschäftigen werden, kann ich nicht sagen", sagt Noteboom. Dass sich die Unternehmen jetzt rasch von ihren Zeitarbeitern trennen, sei letztlich ein Argument für die Branche, glaubt Noteboom. "Man muss sich an die Flexibilität der Zeitarbeit in Deutschland erst noch gewöhnen", so der Randstad-Chef. "Flexibilität ist ein Wettbewerbsvorteil in guten wie in schlechten Zeiten."

Seite 1:

Zeitarbeitsbranche glaubt an goldene Zukunft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%