Ausgelagerter Objektschutz
Sicherheitsdienste lieben die Krise

In Zeiten der Krise stellen die Unternehmen alle Kosten auf den Prüfstand. Davon profitieren vor allem Wach- und Sicherheitsdienste. Weil Pförtnerdienste und Objektschutz ausgegliedert werden um die Kosten zu senken, bekommt die Branche durch die Krise mehr Aufträge.

KÖLN. Die Sicherheitsbranche sieht sich als Gewinner der Finanzkrise – wenn auch über Umwege. „Wir sehen mehr Chancen als Risiken“, sagte Udo Klien, Chef der W.I.S. aus Köln, Nummer vier der Branche, dem Handelsblatt. Da viele Unternehmen in der Krise ihre Kosten auf den Prüfstand stellten, könne die Branche vom Trend zur Ausgliederung von Pförtnerdiensten über Parkraummanagement bis hin zum Objektschutz profitieren. Denn dadurch würden die Unternehmen Kosten senken, da Sicherheitsfirmen wegen zumeist günstigerer Tarifverträge die Leistungen billiger anbieten könnten. Sollten Kunden der Sicherheitsfirmen allerdings ihre Betriebe schließen müssen, habe die Branche den „Schwarzen Peter“. Aufträge gingen verloren.

Das Outsourcing-Potenzial, also die Ausgaben von Industrie und Handel für werkseigene Sicherheitsdienste, das an Fremdfirmen ausgelagert werden könnte, bezifferte Klien auf vier Mrd. Euro. Dies entspricht dem derzeitigen Jahresumsatz des deutschen Wach- und Sicherheitsgewerbes.

„Das Wachstum der Branche liegt auch künftig über dem der Gesamtwirtschaft,“ ist Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BDWS, überzeugt. Er rechnet mit einem Plus zwischen drei und fünf Prozent und setzt dabei neben dem Outsourcing auf „langfristige Trends, die über die Finanzkrise hinausgehen“. So gebe es immer mehr private Großveranstaltungen, die zu bewachen seien. Im klassischen Bereich des Werkschutzes komme zudem immer mehr Technik zum Einsatz. Für dieses höherwertige Angebot sei zwar weniger aber dafür besser geschultes Personal erforderlich. Das treibe Umsatz und Rentabilität der Sicherheitsdienste in die Höhe.

Kein Wunder also, dass Finanzinvestoren die Branche entdeckt haben. Seit Anfang des Jahres ist die Kölner Argantis, eine Tochter der Privatbank Sal. Oppenheim, an W.I.S. mehrheitlich beteiligt. Gemeinsam werde eine „Buy and Build-Strategie“ verfolgt, so Klien. Er peilt mit der W.I.S., die aus der 1901 gegründeten Kölner Wach- und Schließgesellschaft (K.W.S.) hervorging, bis 2015 einen Umsatz von 300 Mio. Euro an. Dies sei nur mit größeren Übernahmen möglich – und der Hilfe der Argantis. Geplant sind Zukäufe im zweistelligen Millionenbereich. Klien führt bereits Verhandlungen. Anfang 2009 soll die Übernahme in trockenen Tüchern sein.

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