Auslands-Expansion
Aldi verkauft weitere Filialen in Deutschland

Zwei Wochen nach der Übernahme von 80 Filialen durch die Allianz trennt sich Aldi Süd von weiteren Teilen seines Ladennetzes. Der Erlös, nach Handelsblatt-Informationen knapp 200 Millionen Euro, soll direkt an die Expansionsabteilung fließen. Der Discounter will damit sein Geschäft im Ausland ausbauen.
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DÜSSELDORF. Aldi Süd trennt sich überraschend von einen weiteren Teil seines Ladennetzes. Zwei Wochen nach der Übernahme von rund 80 Immobilien durch den Versicherungskonzern Allianz reicht der Discounter von den insgesamt 1 780 Standorten in Deutschland 140 Immobilien an einen Fonds der australischen Bank Macquarie weiter, der von dessen Bankentochter MGPA gemanged wird.

Der Kaufpreis liege bei knapp 200 Mio. Euro, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Ohne sich über den Verkaufserlös und andere Details zu äußern, bestätigte eine Unternehmenssprecherin in Mülheim die Transaktion.

Der Deal, der auf Seiten Aldis von der M&A-Beratungsfirma Jenacon eingefädelt wurde, umfasst ein buntes Sammelsurium von Standorten: unbebaute Grundstücke sind dabei und leergeräumte Filialen, aber auch ein Logistikzentrum im bayerischen Eichenau. Ein weiterer Teil des Pakets umfasst Läden, deren Mietverträge in Kürze auslaufen.

Neben dem Allianz-Deal zu einem Erlös von geschätzten 240 Mio. Euro hatte der rund 28 Mrd. Euro Umsatz schwere Einzelhändler 80 sein Griechenland-Geschäft mit 38 Filialen zum Verkauf gestellt.

Die Verkaufserlöse wolle Aldi-Geschäftsführer Ralf Borbet an die Expansionsabteilung weiterreichen, berichten Verhandlungsteilnehmer. So soll das Geld nicht nur nach Australien fließen, wo Aldi Süd bereits 2006 – fünf Jahre nach dem Start – mit seiner Filialkette schwarze Zahlen schrieb. Auch in Großbritannien und den USA soll eine Vielzahl neuer Läden eröffnet werden.

„In diesen Ländern ist es üblich, die Läden selbst zu erwerben“, berichtet ein Insider. Das mache die Expansion für Aldi Süd teurer als in den übrigen Ländern, weshalb das Geld aus den deutschen Immobilienverkäufen dringend benötigt werde.

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  • in England verdienen AN mind. 70% mehr als in D. Die Miete für eine 1-Zi.-Studentenbude kostet rd 1600 GbP. Alles ist dort sehr viel teurer und die Menschen freuen sich, wenn ALDi nach UK kommt. LiDL ist schon da. So what! Let them enjoy ALDi and LiDL.

  • @ t.t. : das mit dem bruttoinlandsprodukt ist ja schön und gut und wenn die bürger in Gb 25%mehr verdienen hört sich das erstmal toll an...aber wenn ich dort 20%-30% mehr für miete,lebensmittel usw usw zahle dann kommts aufs gleiche raus...

  • Wenn den briten unsere "Arme-Leute-Läden" jetzt erst schmackhaft werden, muss man sich wirklich fragen, wie tief wir hierzulande schon gesunken sind. immerhin verdient man auf der insel rund 25% im Durchschnitt mehr als in Deutschland, das bruttoinlandprodukt in Großbritannien ist - obwohl es wesentlich weniger Menschen dort gibt - fast genauso hoch wie in Deutschland.

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