Auslandsexpansion
Kaufhof-Chef sieht Warenhauskette eigenständig

Kaufhof-Chef Lovro Mandac sagte in einem Interview, die vom Metro-Konzern zur Disposition gestellte Warenhauskette Kaufhof könne er sich als eigenständiges Unternehmen vorstellen. Das Unternehmen könne auch als „Stand-Alone-Lösung“ erfolgreich sein, so Mandac.

HB FRANKFURT. Mandac wundere sich, "dass in der öffentlichen Diskussion fast immer nur von Lösungen die Rede ist, bei denen der Kaufhof mit irgendwem zusammengeht oder von irgendwem übernommen wird. Warum eigentlich?" "Mit 3,6 Mrd. Euro Umsatz sind wir groß und stark genug, um auf eigenen Beinen zu stehen" sagte er der Tageszeitung "Die Welt".

Der Handelskonzern Metro hält Kaufhof für das eigene Wachstum nicht für wichtig und prüft deshalb eine Trennung von der profitablen Warenhauskette. Der Konkurrent Arcandor hat bereits Interesse an einem Zusammenschluss seiner Karstadt-Warenhäuser mit Kaufhof bekundet. Allerdings hatte Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zuletzt Zweifel am Sinn einer Fusion geäußert, da Arcandor damit seine Abhängigkeit vom deutschen Markt vergrößern würde. Metro sieht sich nicht unter Zeitdruck und will Kaufhof nur für einen guten Verkaufpreis und bei Vorliegen eines schlüssigen Finanzierungskonzepts abgeben.

Mandac sagte der Zeitung, Kaufhof plane eine verstärkte Auslandsexpansion. Neben seinen 126 Filialen in Deutschland betreibt das Unternehmen bisher 15 Häuser in Belgien. "Wir prüfen, ob unser Konzept auch in anderen Ländern funktionieren würde", sagte Mandac. "Wir schauen uns in den Nachbarländern um, in jedweder Himmelsrichtung. Gerade in Osteuropa gibt es viele Regionen, die ihre Innenstädte zugunsten der Grünen Wiese vernachlässigt haben und jetzt feststellen, dass dies überstürzt war", erläuterte der Vorstandschef. In Europa gebe es viele Warenhäuser, die sich noch in Familienbesitz befänden und keine Nachfolger hätten. "Solche Fälle sind interessant für uns."

Der Kaufhof-Chef bekräftigte seine Forderung nach einer völligen Freigabe der Ladenöffnungszeiten in Deutschland. "Wir brauchen die Freiräume, an jedem ersten Sonntag im Monat und an den Dezember-Sonntagen öffnen zu dürfen", sagte Mandac. Im Gegenzug könnten die Geschäfte an umsatzschwachen Tagen später öffnen oder früher schließen. Unter dem Strich solle die Wochenöffnungszeit nicht verlängert werden.

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