Auslandsexpansion
Münchener Rück greift in Asien an

Bei ihrem Vorstoß in neue Wachstumsmärkte ist die Münchener-Rück-Gruppe ein gutes Stück weitergekommen: Ihre Erstversicherungs-Tochter Ergo steigt zusammen mit der Hero Group in Indiens boomenden Lebensversicherungsmarkt ein. Nach der Expansion in Indien nimmt die Münchener Rück jetzt auch China und Südkorea ins Visier.

DELHI. "Als künftige Wachstumssäule hat Indien für uns herausragende Bedeutung", sagt Nikolaus von Bomhard. Der Vorstandsvorsitzende der Münchener Rück hat die Expansion zur Chefsache erklärt. Im Herbst schloss er eine Partnerschaft mit der HDFC Bank für das Sach-Geschäft. Kranken-Policen verkauft die Tochter DKV zusammen mit der Privat-Hospital-Kette Apollo schon seit einem Jahr. Ergo hält 26 Prozent an den Indien-Töchtern - mehr ist Ausländern nicht erlaubt.

Asien spielt eine wichtige Rolle beim strategischen Ziel, den Auslandsumsatz bis 2012 von 22 Prozent auf ein Drittel zu heben. Dieses Jahr will Ergo auch in China mit einer Lebensversicherung Fuß fassen. "Der Eintritt dort sieht nur auf den ersten Blick leichter aus als in Indien", sagt von Bomhard. Größere Risiken will er durch die Wahl eines kleineren Partners verringern, der Ergo mehr Kontrolle erlaubt. Voraussichtlich werde man auch nicht gleich landesweit, sondern erst in einer Provinz starten.

Neben den Riesen China und Indien hat die Gruppe Südkorea im Visier, wo sie kürzlich einen Direktversicherer kaufte. In der engeren Wahl sind zudem Taiwan, Malaysia, Vietnam, Indonesien und Thailand. "Zukäufe sind Teil unserer Strategie", erklärt Andreas Kleiner, als Vorstand von Ergo International für Asien zuständig. "Aber wir sind extrem vorsichtige Käufer", schränkt von Bomhard ein. In Osteuropa etwa mache das Preisniveau Zukäufe inzwischen praktisch unmöglich. Dort musste Ergo bei einer Reihe anvisierter Deals passen - für von Bomhard "eine Frage der Disziplin".

In Indien blasen die Münchener indes mit ihrem dritten Joint Venture in nur anderthalb Jahren zur Aufholjagd auf den Lokal-Rivalen Allianz. Dessen Sach- und Lebens-Joint Ventures haben eine mehr als 220 000 Köpfe starke Vertreter-Armee aufgebaut und schreiben bereits über eine Mrd. Euro Prämien. "Der Rückstand macht uns nicht nervös", beteuert von Bomhard. Der Markt sei auf Jahrzehnte gefeit gegen Sättigung. Denn erst fünf von hundert Indern haben eine Versicherung. Doch das ist schon dreimal so viel wie vor zehn Jahren.

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