Auslandsexpansion
Praktiker schlägt Obi in der Ukraine

Premiere in der Ukraine: Wenige Monate vor dem Erzrivalen Obi startet der Heimwerkerfilialist Praktiker als erster ausländischer Betreiber einen Baumarkt in dem osteuropäischen Land. Mit der Auslandsexpansion setzen die deutschen Baumarktbetreiber alles daran, das schleppende Heimatgeschäft ausgleichen zu können.

DONEZK. Der börsennotierte Praktiker -Konzern expandiert als erster ausländischer Baumarktbetreiber in der Ukraine. "Wir wollen in dem Land drei bis fünf Märkte pro Jahr eröffnen“, sagte der fürs internationale Geschäft verantwortliche Konzernvorstand Michael Arnold dem Handelsblatt. Zunächst seien insgesamt 25 Baumärkte geplant, die zusammen gut 300 Mill. Euro umsetzen sollen. Bislang galt Griechenland mit einem Jahresumsatz von 259 Mill. Euro als größter Auslandsmarkt des Konzerns.

Den Markteintritt absolvierte Praktiker Ende vergangener Woche. In der ost-ukrainischen Bergarbeiterstadt Donezk eröffnete Deutschlands zweitgrößter Heimwerkerfilialist seine erste Verkaufsniederlassung, einen 8 300 Quadratmeter großen Markt nach deutschem Vorbild, dem schon bald ein weiterer in Lemberg folgen soll. Dort hätten die Bauarbeiten bereits begonnen, berichtet Arnold. Und auch in Kiew stehe man kurz vor dem Baustart.

Damit schlägt die ehemalige Metro -Tochter den heimischen Marktführer Obi. Dessen Mehrheitseigentümer Tengelmann hatte vor wenigen Wochen ebenfalls den Start in dem osteuropäischen Land angekündigt, muss nun aber dem Erzrivalen aus dem saarländischen Kirkel den Vortritt lassen. "Wir werden voraussichtlich 2008 mit mehreren Märkten gleichzeitig in der Ukraine eröffnen“, sagte eine Obi-Sprecherin dem Handelsblatt. Gebaut werde aber noch nicht.

"Für die Baumärkte dreht sich alles darum, möglichst früh im Markt zu sein und anschließend kräftig zu expandieren“, sagt Sirko Siemssen, Handelsexperte beim Beratungsunternehmen Oliver Wyman. Nicht unvorteilhaft sei es, der Erste zu sein, schließlich könne man sich dann die besten Standorte sichern.

Mit der Auslandsexpansion setzen die deutschen Baumarktbetreiber alles daran, das schleppende Heimatgeschäft ausgleichen zu können. Denn so trübe wie in den vergangenen Monaten sah es in der Branche seit Jahren nicht mehr aus. "Die Streichung der Eigenheimzulage sowie höhere Preise für Lebensmittel und Benzin haben das Geschäft hart getroffen“, berichtet John Herbert, Geschäftsführer des Baumarktverbands BHB. In diesem Jahr rechnet er branchenweit mit einem Umsatzschwund von vier bis fünf Prozent – was sich auch in der Praktiker -Bilanz bemerkbar macht: Aus dem Heimatmarkt stammten in den ersten drei Quartalen zwar 74 Prozent des Umsatzes, aber nur 47 Prozent des operativen Ertrags.

Seite 1:

Praktiker schlägt Obi in der Ukraine

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%