Auslandsexpansion: Windkraftbranche wächst weltweit

Auslandsexpansion
Windkraftbranche wächst weltweit

Die Windenergie boomt. Weltweit wuchs der Markt im vergangenen Jahr um 23 Prozent, in Deutschland war das Tempo mit einem Plus von elf Prozent nur halb so hoch, teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Berlin mit.

DÜSSELDORF. Die deutschen Hersteller von Windkraftanlagen konnten dennoch ihre führende Position verteidigen. Ihr Anteil am weltweiten Branchenumsatz von zehn Mrd. Euro liegt bei 45 Prozent. Davon entfällt bereits gut die Hälfte auf den Export.

Branchenexperten gehen davon aus, dass der Aufschwung der Windenergie andauert. Nach einer Prognose der dänischen BTM Consult sollen bis zum Jahr 2015 rund um den Globus Windräder mit einer elektrischen Leistung von mehr als 270 000 Megawatt – das entspricht etwa 270 Großkraftwerken oder knapp dem Fünffachen des aktuellen Niveaus – installiert sein. BTM beziffert die dafür erforderlichen Investitionen mit 220 bis 250 Mrd. Dollar. Der Prognose liegt ein durchschnittlicher Ölpreis von 40 bis 50 Dollar pro Barrel (159 Liter) zugrunde. Aktuell kostet die Sorte Brent 62 Dollar.

Durch die Verteuerung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas werde sich die Wettbewerbsfähigkeit von Windkraft gegenüber konventionellen Kraftwerken verbessern, hofft die Branche. Der Chef der Hamburger Repower AG, Fritz Vahrenholt, ist sogar überzeugt, dass die Windkraft innerhalb von zehn Jahren „zum Billigheimer der Energieerzeugung wird“. Im Moment sind die gesetzlich garantierten Vergütungen für Windstrom in Deutschland mit gut acht Cent pro Kilowattstunde allerdings noch etwa doppelt so hoch wie der Strompreis an der Leipziger Strombörse.

Die deutschen Windkraftanlagenbauer, denen das seit 2002 schrumpfende Neugeschäft im Inland zwischenzeitlich schwer zu schaffen machte, haben sich auf die geänderten Marktbedingungen eingestellt. Bei der Nordex AG aus Norderstedt bei Hamburg etwa entfielen 2005 bereits 62 Prozent des Neugeschäfts aufs Ausland. Der Auftragseingang stieg im Vergleich zu 2004 von 236 Mill. auf 395 Mill. Euro. Das Management ist zuversichtlich, 2006 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Konkurrent Repower hat die Prognose für 2006 vor wenigen Tagen erhöht. Das Unternehmen will bei 450 Mill. Euro Umsatz ein Ergebnis vor Steuern von 13 Mill. Euro erzielen. Die Aktien von Repower und Nordex lagen nach mehrjähriger Talfahrt zuletzt wieder klar im Aufwind.

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