Auslandsgeschäft boomt
Real verhagelt die Metro-Bilanz

Der Metro-Konzern hat dank seines starken Auslandsgeschäfts den Umsatz im vergangenen Jahr weiter gesteigert. Auf dem Heimatmarkt leidet Deutschlands größter Handelskonzern hingegen immer stärker unter der Konsumflaute.

HB DÜSSELDORF. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft und Umsatzeinbußen bei der durch einen Lebensmittelskandal gebeutelten Supermarkttochter Real ließen den Konzernumsatz in Deutschland in den vergangenen Monaten spürbar einbrechen. Selbst die erfolgsverwöhnten Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn und die Großmärkte bekamen im vierten Quartal die mangelnde Kauflust der Bundesbürger zu spüren.

Nur das florierende Auslandsgeschäft hielt die Metro weiter auf Wachstumskurs. Insgesamt steigerte die Metro dadurch den Konzernumsatz nach den am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten vorläufigen Zahlen erneut um 4,2 Prozent auf 55,7 Mrd. Euro. Ein Umsatzplus von 10,5 Prozent im Ausland überdeckte dabei die Umsatzeinbußen von 2,2 Prozent im Inland.

Beim Gewinn aber dürften die Probleme in Deutschland tiefe Spuren in der Bilanz des weltweit drittgrößten Einzelhändlers hinterlassen. Das Ergebnis je Aktie werde für 2005 wegen Wertberichtigungen real deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen, bekräftigte das Unternehmen.

Im für den Einzelhandel wegen des Weihnachtsgeschäfts überaus wichtigen vierten Quartal brach der Metro-Umsatz in der Bundesrepublik sogar um 3,9 Prozent ein. Das Weihnachtsgeschäft in Deutschland sei „weitgehend ohne Impulse“ geblieben, sagte Konzernchef Hans-Joachim Körber.

Tatsächlich brennt es den Zahlen zufolge an immer mehr Fronten im Konzern. Die Supermarktkette Real kämpfte weiter mit Umsatzverlusten. Bei der Warenhauskette Kaufhof konnte auch ein an sich zufrieden stellendes Weihnachtsgeschäft den schwachen Start in das vierte Quartal nicht mehr ausgleichen. Und selbst bei den wachstumsstarken Großmärkten und den Elektronikmarktketten habe die Umsatzentwicklung flächenbereinigt unter dem Niveau der ersten neun Monate gelegen, berichtete das Unternehmen.

Die Selbstbedienungs-Warenhäuser Real waren inklusive der Supermarktkette Extra in den ersten neun Monaten 2005 tief in die Verlustzone gerutscht. Das Image von Real litt im vergangenen Jahr unter einem Hackfleischskandal im Raum Hannover. Das Umetikettieren von altem Hackfleisch mit einem neuen Verfallsdatum durch Mitarbeiter in zwei Real-Märkten hatte bundesweit für negative Schlagzeilen gesorgt.

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