Auslandsgeschäft legt kräftig zu
Telegate verdreifacht Gewinn

Der Telefonauskunfts-Dienstleister Telegate hat 2004 auch dank des Rückzugs aus den USA den höchsten Gewinn in seiner noch jungen Firmengeschichte erzielt.

HB MÜNCHEN. Deutschlands zweitgrößter Telefonauskunftanbieter will nach dem Gewinnsprung sein Geschäftsmodell ausweiten und so binnen der nächsten drei Jahre kräftig wachsen. Telegate wolle künftig in weitaus größerem Umfang Call-Center-Dienste für Firmen anbieten und für Geschäftskunden seine Daten speziell aufbereiten, sagte Telegate-Chef Andreas Albath am Donnerstag in München. Zudem werde der Bereich „Gelbe-Seiten-Geschäft“ ausgebaut und noch im laufenden Jahr - ähnlich wie beim Marktführer Deutsche Telekom - eine kostenlose Telefonauskunft im Internet aufgebaut. Zusammen mit der geplanten Expansion in Frankreich und Italien solle so bis 2007 vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) ein Gewinn von 50 Mill. € erreicht werden.

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr blieb Albath allerdings schuldig. „Die Geschäftsqualität, die wir im vergangenen Jahr hatten, erwarten wir auch 2005“, sagte er lediglich. Zugleich deutete der Vorstandschef an, das operative Ergebnis (Ebitda) werde 2005 den Vorjahreswert von 30,9 (2003: 20,7) Mill. € nicht unterschreiten.

2004 verbuchte Telegate einen Reingewinn von 26,4 (2003: 7,5) Mill. €. Darin enthalten war ein Buchgewinn von 7,8 Mill. € wegen der Aufgabe des US-Geschäfts. Der Umsatz kletterte um gut ein Fünftel auf 167,4 Mill. €. Während die Aktivitäten in Spanien, Italien, Frankreich und das im Oktober verkaufte britische Geschäft ihren operativen Verlust auf 3,2 (5,2) Mill. verringerten, wuchs das Ebitda in Deutschland und Österreich auf 34,2 (25,9) Mill. €. Telegate ließ offen, ob das Auslandsgeschäft angesichts der Marktöffnungen in Italien und Frankreich und damit verbundener Investitionen bereits 2005 aus den Verlusten kommen wird. Bis 2007 sollen Inlands- und Auslandsaktivitäten je die Hälfte der Erlöse erwirtschaften.

Die im Dezember eingereichte Klage gegen die Deutsche Telekom, mit der Telegate vom Branchenprimus wegen angeblich überhöhter Datenkosten die Rückzahlung von 70 Mill. € fordert, wird Albath zufolge am 4. Mai vor dem Landgericht Köln erstmals verhandelt. Der juristische Streit werde sich wohl länger hinziehen, sagte er. Telegate sehe der Auseinandersetzung aber gelassen entgegen.

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