Auslandsgeschäft
Rewe kämpft sich in Tschechien nach vorn

Im Gegensatz zum Erzrivalen Edeka treibt die Kölner Handelsgruppe Rewe ihr Geschäft in Tschechien mit Hochdruck voran.

DÜSSELDORF. Am Mittwoch gab Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern in Prag die Absicht bekannt, in den kommenden drei bis fünf Jahren 130 Mill. Euro in dem östlichen Nachbarland zu investieren. „Allein im laufenden Jahr sind 30 Mill. Euro geplant“, sagte der fürs Auslandsgeschäft zuständige Rewe-Vorstand Alain Caparros.

Angesichts des anziehenden Wettbewerbs in Tschechien hatte sich die Edeka dort erst vor wenigen Tagen von ihren letzten Filialen getrennt. Der größte deutsche Lebensmittelhändler war bereits 1992 in der damaligen Tschechoslowakei gestartet, verkaufte aber seine knapp 40 Supermärkte an Tesco und die Prager Lebensmittelkette Pramen.

Auch andere große Handelskonzerne haben sich vor kurzem aus dem tschechischen Markt zurückgezogen. Der französische Carrefour-Konzern, weltweit die Nummer zwei, gab im vergangenen Jahr seine SB-Warenhäuser an den britischen Wettbewerber Tesco ab. Fast gleichzeitig verkaufte der österreichische Lebensmittelhändler Julius Meinl seine 67 tschechischen Supermärkte an den niederländischen Konkurrenten Ahold. Doch selbst der Amsterdamer Handelsriese tut sich in Tschechien schwer. Die Region Mitteleuropa, zu der allerdings auch einige Supermärkte in Polen und der Slowakei zählen, brachte Ahold 2005 einen Verlust von 44 Mill. Euro. Gleichzeitig sanken die Umsätze dramatisch. Für jeden Euro Umsatz zahlten die Holländer vergangenes Jahr dort 3,5 Cent drauf.

Von solchen Verlusten ist Rewe weit entfernt. In Osteuropa, wo Tschechien mit 665 Mill. Euro und 237 Läden den Umsatzschwerpunkt bildet, liege die Rendite zwischen sechs und sieben Prozent, heißt es im Konzern. Zum Vergleich: Der Gesamtkonzern, der immer noch 68 Prozent seines Geschäfts in Deutschland erwirtschaftet, kommt gerade einmal auf 1,5 Prozent. „Auch in Tschechien sind wir sehr profitabel“, sagte ein Firmensprecher auf Anfrage.

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