Auslandsmarkt
Rewe will in Italien wachsen

Das Geschäft jenseits der Alpen war einige Jahre das große Sorgenkind des Kölner Handelskonzerns Rewe. Nach mehreren Verlustjahren in Folge wird das Unternehmen in diesem Jahr in Italien zum ersten Mal schwarze Zahlen schreiben.

MAILAND. Der Kölner Handelskonzern Rewe bekommt seinen nach Österreich zweitgrößten Auslandsmarkt nach mehreren Verlustjahren in Folge in den Griff. „2006 werden wir in Italien zum ersten Mal schwarze Zahlen schreiben“, sagte Vorstandssprecher Achim Egner in Mailand.

Das Geschäft jenseits der Alpen, wo Rewe zuletzt 1,7 Mrd. Euro umsetzte, war lange das große Sorgenkind der Kölner. 2001 hatte Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler die Mailänder Standa-Gruppe übernommen, um die Italien-Aktivitäten des 1996 gekauften Billa-Konzerns zu ergänzen. Doch schon bald entpuppte sich der Neuerwerb als Millionengrab. Die Strukturen des Traditionsunternehmens waren verkrustet. Zudem musste die Kölner Rewe-Gruppe für die Modernisierung des Ladennetzes tief in die Tasche greifen.

Die Investitionen haben sich gelohnt. Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr verbesserte sich Rewes Italien-Umsatz um 5,3 Prozent. Bei der Expansion in Westeuropa werde Italien deshalb eine Vorrangstellung erhalten, kündigte Konzernchef Egner an. Insgesamt will Rewe in diesem Jahr 1,1 Mrd. Euro investieren, davon mehr als die Hälfte im Ausland.

Noch 2006 wollen die Kölner auf ihrem ältesten Auslandsmarkt – schon 1994 startete die Discounttochter Penny in Italien – an Größe zulegen. Vier neue Supermärkte, drei Verbrauchermärkte und fünf Bipa-Drogerien sind geplant. Die Zahl der angeschlossenen Franchisebetriebe will Rewe um 20 erhöhen, die der Penny-Filialen um 25. Den vergleichsweise geringen Marktanteil gleicht Rewe – derzeit die Nummer neun – durch eine Einkaufskooperation mit der heimischen Conad-Gruppe aus.

Wachsen will Egner auch durch Übernahmen: „Seitdem wir festgestellt haben, dass man in Italien Geld verdienen kann, ist die Bereitschaft zu Akquisitionen gewachsen.“ Die Finanzierungsstrategie werde Vorstand und Aufsichtsrat in nächster Zeit beschäftigen, sagte Egner. Selbst der Börsengang von Konzernteilen sei in Köln längst kein Tabu mehr.

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