Auslieferung verschoben
Bahn muss länger auf Züge warten

Verspätungen sind der Bahn nicht unbekannt. Diesmal muss der Konzern allerdings selbst warten – auf Regional- und Intercityzüge sowie einige ICE-3. Beim nächsten Milliardenprojekt soll es besser laufen.
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Berlin Die Deutsche Bahn muss länger auf rund 70 Regionalzüge warten. Der Hersteller Bombardier verschiebt die Auslieferung der ersten Waggons auf die zweite Jahreshälfte 2015. „Wir hatten einen erhöhten Aufwand in der Entwicklung der Plattform“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag. Dabei hätten neue Normen und Standards berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grund sei auch die Auslieferung der ersten 27 doppelstöckigen IC verschoben worden.

Die Bahn hat nach eigenen Angaben 44 Doppelstock-Intercity für rund 660 Millionen Euro bestellt. Für den Regionalverkehr orderte sie etwa 260 doppelstöckige Wagen für etwa 600 Millionen Euro. Die ersten Exemplare beider Reihen hätten eigentlich schon im vergangenen Jahr ausgeliefert werden sollen. Nun wird es zwei Jahre länger dauern. Bei Regionalzügen sei das besonders schmerzlich, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg in Berlin - „weil wir natürlich überall in verkehrsvertraglichen Verpflichtungen stehen“.

Der Konzern wird zudem neun von 17 ICE-3-Zügen voraussichtlich erst in zwei Jahren auf die Schiene bringen. „Die Züge sind physisch alle schon da“, sagte Homburg. Noch fehle aber die Zulassung für Belgien und Frankreich. Zur Verfügung stünden die Züge dann wohl 2016.

Zuständig ist in diesem Fall der Hersteller Siemens. „Die Zulassung für den grenzüberschreitenden Verkehr ist ein äußerst komplexer Prozess“, teilte ein Siemens-Sprecher mit. Die restlichen acht ICE-3-Züge fahren seit kurzem in Deutschland.

Beim milliardenschweren Vorhaben ICx soll es besser laufen. „Das Projekt - und das ist auch wirklich erfreulich - liegt im Zeitplan“, sagte Technik-Vorstand Heike Hanagarth von der Bahn. Die ersten Züge sollen Ende 2017 rollen, pünktlich zum Fahrplanwechsel. Bestellt sind bisher 130 von 300 möglichen Zügen. Das Auftragsvolumen liegt bei 5,3 Milliarden Euro. Bis 2023 sollen alle neuen Züge der Reihe fahren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wieder nur vorsätzliches Versagen vom management und den experten. Wieder müssen diese Leute den Schaden/Verlust nicht tragen. Wann wird dies wenigstens in Deutschland endlich massiv bestraft??

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