Ausrüster der Fußball-Weltmeister
Adidas im vierten Sternenhimmel

Adidas feiert mit dem WM-Sieger: Der Sportausrüster rechnet mit einem Ansturm auf das Trikot mit vier Sternen. Schade nur, dass Adidas genauso Argentinien ausrüstet – und auch auf dessen Erfolg vorbereitet sein musste.
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DüsseldorfSonntags dürfen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender eigentlich keine Werbung machen, doch Adidas bekam sie am Abend sogar gratis aus dem WM-Studio: Nachdem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Weltmeisterpokal in die Höhe gereckt hatte, präsentierten ARD-Moderator Matthias Opdenhövel und Experte Mehmet Scholl das neue Deutschland-Trikot mit dem vierten Stern. Für den Ausrüster hätte es keine bessere Reklame geben können, denn auch das Logo der Herzogenauracher wurde riesengroß auf den Fernsehbildschirmen und Leinwänden der Republik eingeblendet.

Schon vor dem Finale hatte sich Adidas als Gewinner der Fußball-WM gefeiert. Schließlich rüstete der deutsche Sportartikelhersteller beide Finalmannschaften aus. Dass der Titel nach Deutschland geht, davon profitiert der Ausrüster nun aber gleich mehrfach: Die Aktie stieg am Montag prompt um zwei Prozent, die Fachhändler erwarten einen Ansturm auf das neue Trikot. Doch weil beide Teams von Adidas ausgestattet werden, hat der Sportartikelhersteller am Sonntag im Finale auch verloren – und zwar einen ganzen Satz Trikots.

Bereits vor dem letzten Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 hatte Adidas vermeldet, dass mehr als zwei Millionen deutsche Trikots über die Ladentheke gegangen waren – Rekord. Nach Angaben von Adidas könnten es aber noch mehr werden: Die Begeisterung sei während der Weltmeisterschaft „nicht gerade weniger geworden“, sagt ein Sprecher auf Anfrage. Selbst Vorstandschef Herbert Hainer hatte Probleme, an ein Shirt zu gelangen, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur SID sagte: „Ich musste vergangene Woche eines für einen Bekannten besorgen, und es war selbst für mich schwierig. Und so wie ich gehört habe, sind auch die Geschäfte ziemlich leer gekauft.“

Das Ziel, mit der WM mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz zu machen, bestätigte das Unternehmen bereits kurz nach Beginn. Adidas wird nach eigenen Angaben rund acht Millionen Trikots verkaufen und damit deutlich mehr als bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Damals setzte das Unternehmen 6,5 Millionen ab.

Auch auf das neue deutsche Trikot dürfte es einen Ansturm geben: Auf dem Shirt werden vier Sterne prangen – vier Sterne für vier Weltmeistertitel. Auf den bisherigen Trikots sind lediglich drei zu sehen. Um den Titel gebührend zu würdigen, sollen aber nun schnellstmöglich die Hemden mit dem zusätzlichen Stern in den Handel kommen.

Am Freitag kündigte Adidas bereits voller Stolz an, dass die Trikots mit dem vierten Stern schon wenige Tage nach Abpfiff ausgeliefert werden könnten. „Wir haben immer an den vierten Stern geglaubt und uns bereits lange vor der Weltmeisterschaft auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet“, so ein Adidas-Sprecher auf Anfrage von Handelsblatt Online.

Im Handel sind die neuen Trikots allerdings noch nicht. Bei Sportscheck in Hamburg soll das Shirt mit dem vierten Stern ab Dienstag in den Filialen erhältlich sein, in Leipzig ab Donnerstag. Das unterscheide sich von Stadt zu Stadt, sagte ein Sprecher zu Handelsblatt Online. Der Händler Intersport berichtet, dass Mitte der Woche lediglich keine Mengen in den Handel gingen. „Das wird den Bedarf bei weitem nicht decken“, prognostizierte ein Sprecher gegenüber Handelsblatt Online. Erst Anfang August solle die „große Charge“ in die Läden kommen. Viele Fans dürften folglich noch eine Weile auf ihr Trikot warten müssen – trotz der Ankündigung von Adidas.

Das Unternehmen selbst gab an, dass dies nicht der Fall sei. Im Laufe dieser Woche würden die Trikots großflächig in den Verkauf gehen und überall erhältlich sein.

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Argentiniens Trikots in den Müll?

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  • Das ist mir zu viel an Lob. Zu dick aufgetragen. Ich freue mich für deise Firma und gönnen ihnen den Erfolg.

    Aber ich glaube, dass es eine gute Zeit ist, um hier Short zu gehen.

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