Ausschreibung
Bahn droht mit Stopp bei ICE-Kauf

Seit Monaten wartet die Bahnindustrie auf die Nachricht, wer den Milliardenauftrag für neue Intercity- und ICE-Züge bekommt. Die Deutsche Bahn hat aber lediglich die Wahl zwischen zwei Anbietern - und auch der Preis stimmt nicht. Die Situation ist vertrackt. Nun könnte es sogar passieren, dass die Ausschreibung platzt.
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DÜSSELDORF. Der von der Bahnindustrie seit Monaten mit Ungeduld erwartete Milliardenauftrag für neue Intercity- und ICE-Züge der Deutschen Bahn platzt möglicherweise, bevor er unterschriftsreif ist. Im zähen Preispoker um das Paket, das die Lieferung von 300 Triebzügen vorsieht, gibt es bisher keine Annäherung. Zudem ist das Bahn-Management bitter enttäuscht, dass es nur zwei Angebote der Konkurrenten Siemens und Alstom gibt. Marktführer Bombardier gab keine eigene Offerte ab und fungiert als Unterlieferant von Siemens.

"Der Preis, der auf dem Tisch liegt, ist nicht bezahlbar. Bei der Industrie ist offenbar noch nicht angekommen, dass die Skala nicht nach oben offen ist", sagte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg vor Journalisten. Falls die beiden Bieter ihre Angebote nicht "drastisch nachbearbeiten", werde die Bahn ihre Ausschreibung zurückziehen.

Sie könnte den Gesamtauftrag auch in mehreren Einzelausschreibungen auf den Markt bringen, erklärte Homburg weiter. "Vielleicht müssen wir mit kleineren Kontingenten mal anfangen, die namhaften Hersteller aus Asien für uns zu interessieren." Der Bahn-Vorstand spielte damit auf einen Exporterfolg des japanischen Herstellers Hitachi an, der nach Großbritannien 29 schnelle Regionalzüge liefert.

Als die Bahn letztes Jahr ihre Beschaffungsabsichten verkündete, erklärte sie noch, die Ausschreibung habe eine hohe Resonanz in der Industrie gehabt. Nachdem die bisherigen ICE-Züge von Industriekonsortien geliefert worden waren, an denen letztlich alle Hersteller beteiligt waren, hat die Bahn nunmehr Konsortien als Bieter von vornherein ausgeschlossen.

Die Wettbewerber Siemens und Bombardier entschieden sich dann doch für ein Bündnis. "Wir schmieden mit Siemens eine Allianz", sagte ein Bombardier-Sprecher. Ein Siemens-Sprecher betonte aber, es gebe keine Konsortialpartnerschaft, "sondern ein klares Lieferantenverhältnis".

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  • Die Deutsche bahn hat wohl das Recht Produkte zu beziehen wo Sie wollen! Japan kann bestimmt auch hochwertige Züge liefern. Von billig Produkten kann dort bestimmt keine Rede sein.

  • Was will die Deutsche bahn?
    Qualtiät aus Deutschland oder billigprodukte aus Fernost.
    Wenn sie Qualität will, so brauchen sich die verantwortlichen Herren doch nur mal nach Spanien zu richten, den Velaro E. China und Russland sind ebenfalls vom Velaro begeistert. Siehe auch

    http://www.speed-tf.de/2009/03/22/velaro-ein-jahr-in-spanien-unterwegs/

    Hubert Neikes

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