Außenwerber
Ströer leidet unter Verlust eines Großkunden

Der Umsatz des Unternehmens könnte im laufenden Quartal um bis zu neun Prozent zurückgehen. Schuld soll die Verunsicherung großer internationaler Werbekunden sein - ein Auftraggeber riss eine besonders große Lücke.
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FrankfurtDer Außenwerber Ströer leidet unter dem Verlust eines Großkunden. "Dieser Kunde stand im vergangenen Jahr für rund vier Prozent unseres Gesamtumsatzes in Deutschland und hat seine Werbung zurzeit ganz eingestellt", sagte Ströer-Chef Udo Müller dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag". "Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem Rückzug klar um einen Einzelfall handelt".

Der Verlust des Kunden sei ein wesentlicher Grund dafür, dass der Umsatz im laufenden Quartal um bis zu neun Prozent zurückgehen werde. Einen Einbruch in dieser Größenordnung hatte Ströer vor wenigen Tagen angekündigt und damit seine im SDax notierte Aktie auf ihren tiefsten jemals erreichten Stand geschickt. Experten hatten die für das zweite Quartal angekündigten Einbußen als Überraschung bezeichnet, denn eigentlich entwickele sich der deutsche Werbemarkt robust.

Dem widersprach Müller in dem Interview. Große internationale Werbekunden seien von der Schuldenkrise verunsichert. Die Umsätze der Werbebranche dürften in diesem Jahr bestenfalls das Vorjahresniveau erreichen, prognostizierte der Ströer-Chef. Ströer selbst soll es im zweiten Halbjahr wieder besser gehen. "Das sehen wir an den Vorbuchungen. Außerdem sind die Vergleichswerte aus dem Vorjahr im zweiten Halbjahr deutlich niedriger".

Schon zum Jahresauftakt hatte das Kölner Unternehmen, das beispielsweise Buswartehäuschen mit Werbung bestückt, die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren bekommen und einen Verlust eingefahren. Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz um 3,5 Prozent auf 118,6 Millionen Euro. Netto lag der Verlust bei 6,2 (Vorjahr: minus 6,7) Millionen Euro. 2011 hatte Ströer bei einem Umsatz von 577 Millionen Euro unter dem Strich ein Minus von 3,6 Millionen Euro verbucht. Das Unternehmen beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter. Sein Hauptgeschäft macht Ströer in Deutschland, zählt aber auch die Türkei und Polen zu seinen Kernmärkten. (Reporter: Martin Zwiebelberg; redigiert von Nadine

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie im Artikel richtig, allerdings in der Überschrift und in der Bildunterschrift falsch geschrieben heißt das Unternehmen: Ströer. Es mag allerdings sein, daß die Werbung zuweilen nervig oder störend ist. Manche empfinden sie zuweilen schon als "optische Umweltverschmutzung".

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