Außenwerber
Wall rückt an JCDecaux heran

Der Werbeflächenvermarkter Wall intensiviert seine Partnerschaft mit dem französischen Wettbewerber JCDecaux. Strategische Bedeutung gewinnt das Geschäft, weil Wall auf die Option verzichtet, im nächsten Jahr die 35 Prozent, die JCDecaux an der Wall AG hält, zurückzukaufen.

tsp/cn BERLIN. Werbeflächenvermarkter Wall und sein französischer Wettbewerber JCDecaux tauschen Tochterfirmen und gründen eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft in Berlin. Diese vermarktet künftig alle rund 160 000 Plakatflächen von Wall und JCDecaux in Deutschland. Dem Joint Venture müsse das Bundeskartellamt noch zustimmen, teilte die Wall AG in Berlin mit.

Strategische Bedeutung gewinnt das Geschäft, weil Wall auf die Option verzichtet, im nächsten Jahr die 35 Prozent, die JCDecaux an der Wall AG hält, zurückzukaufen. Noch im November 2006 hatte Firmengründer Hans Wall gesagt, er könne den Tag kaum erwarten, an dem Wall wieder zu 100 Prozent Wall gehöre - mit Decaux hatte sich Wall verkracht. Anfang dieses Jahres hat Hans Wall die Führung an Sohn Daniel weitergereicht. Nun verbünden sich beide Unternehmen langfristig am deutschen Markt gegen Marktführer Ströer Out-of-Home Media.

JCDecaux freue sich über die "Sicherung der Partnerschaft" mit Wall, teilte der Konzern mit. Um in Deutschland besser ins Geschäft zu kommen, überlässt der Weltkonzern JCDecaux - Börsenwert etwa fünf Mrd. Euro - Wall das Geschäft in Berlin. Hier erzielt die Wall AG Branchenkreisen zufolge den Großteil ihrer Gewinne. So gibt JCDecaux die Töchter VVR Decaux in Berlin, die Decaux Wall erst im vergangenen Jahr weggeschnappt hatte, und Zacharias in Düsseldorf an Wall ab. Im Gegenzug tritt diese ihre Töchter in den Niederlanden und in Russland an die Franzosen ab.

JCDecaux sprach von einem "Meilenstein" in der Geschichte der deutschen Außenwerbung. Ihr Anteil am deutschen Werbemarkt betrage nur 3,5 Prozent, in Frankreich sei er als mehr als doppelt so groß.

JCDecaux und Wall wollen jedoch auch künftig getrennt an Ausschreibungen teilnehmen. Derzeit konkurrieren sie in Hamburg um einen langfristigen Vertrag. Nur die Vermarktung werde zusammengefasst.

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