Außenwerbeunternehmen will im nächsten Jahr schwarze Zahlen schreiben
Ströer stärkt Führungsposition in Deutschland

Das Außenwerbeunternehmen Ströer AG baut mit der Übernahme der Deutschen Eisenbahn-Reklame (DERG) nicht nur seine Marktposition aus, sondern stützt auch seinen für 2007 geplanten Börsengang. „Die Akquisition der Deutschen Eisenbahn-Reklame bringt uns einen entsprechenden Firmenwert, damit wir den geplanten Börsengang 2007 umsetzen können“, sagte Ströer-CEO Udo Müller dem Handelsblatt.

FRANKFURT/MAIN. Nachdem das Unternehmen bereits 2003 die Deutsche-Städte-Medien (DSM) gekauft habe, habe man mit der Übernahme der DERG gezeigt, dass man eine systematische Akquisitionsstrategie verfolge, so Müller.

Ströer hatte am Samstag die Übernahme der Außenwerbetochter der Deutschen Bahn bekannt gegeben. Der Kaufpreis wurde von den Unternehmen nicht genannt. Branchenintern wird eine Summe von insgesamt 140 Mill. Euro kolportiert. Mit der DERG steigert Ströer nach den Zahlen von 2004 seinen Umsatz von brutto 548 Mill. Euro auf rund 630 Mill. Euro – knapp zweimal mehr als der Marktzweite Freund-Gruppe (AWK).

Um die DERG hatten sich in den letzten Monaten viele Bieter der Außenwerbebranche beworben, darunter auch Viacom Outdoor, JC Decaux und die Freund-Gruppe. AWK-Geschäftsführer Manfred Holtermann hält den in der Branche genannten Gesamtkaufpreis von 140 Mill. Euro für zu hoch: „Das übersteigt aus unserer Sicht die betriebswirtschaftliche Ratio um ein Vielfaches“, sagte er. In der Branche wird der Wert der DERG auf etwa 60 bis 70 Mill. Euro taxiert.

Finanziert wurde die Übernahme von der US-Kapitalgesellschaft Cerberus, die auch schon den DSM-Kauf für 270 Mill. Euro ermöglichte. Mittlerweile dürfte Ströer mindestens 400 Mill. Euro Schulden bei Cerberus haben.

Müller erklärt dazu: „Die Gesamtverschuldung kann ja nicht isoliert betrachtet werden. Es geht immer um das Verhältnis Ertragskraft zu Verschuldung. Die Ertragskraft haben wir deutlich gesteigert, was man unter anderem auch daran sehen kann, dass wir jetzt eine deutlich günstigere Finanzierung bekommen haben. Wir haben jetzt eine reine Senior Dead ohne Mezzanine.“

Ströer-Chef Müller rechnet damit, in den nächsten zwei bis fünf Jahren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die Restrukturierung und Modernisierung der DERG zu stecken. Dennoch hofft er auf schwarze Zahlen in 2006. „Sicherlich werden die Restrukturierungskosten auch das Ergebnis belasten, aber die liegen bei weitem nicht in der Größenordnung wie bei der DSM. Insofern hoffen wir, 2006 schwarze Zahlen schreiben zu können. Aber seriös können wir das erst beantworten, wenn wir in die DERG reingeschaut haben“, sagte Müller. Im vergangenen Jahr hatte Ströer unter anderen wegen der Restrukturierungskosten bei der DSM einen Verlust von knapp 28 Mill. Euro gemacht.

International ist Deutschlands Marktführer zurzeit die Nummer fünf. Ströer liegt hinter dem US-Unternehmen Clear Channel, der französischen JC Decaux und der ebenfalls aus den USA stammenden Viacom Outdoor. „Unser Ziel ist es ganz klar, unsere internationale Marktstellung zu verbessern: Dafür brauchen wir eine gute Position im Heimatmarkt, damit wir auch im Ausland das eine oder andere Engagement eingehen können“, sagte Ströer-CEO Udo Müller dem Handelsblatt.

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