Ausstand bei der Lufthansa
Streik trifft vor allem Frankfurt und Hamburg

Der Lufthansa-Streik der Gewerkschaft Verdi trifft vor allem die Flughäfen Frankfurt und Hamburg. Die größte Arbeitsniederlegung bei der Luftfahrtgesellschaft seit 13 Jahren soll am Montag beginnen. Unternehmenschef Wolfgang Mayrhuber muss sich aber nicht nur mit einer Gewerkschaft auseinandersetzen.

HB FRANKFURT. Aber auch an anderen Standorten werde gestreikt, erklärte er. Betroffen seien alle Geschäftsfelder. Genauere Angaben wollte er nicht machen, um die Effektivität des Arbeitskampfs nicht zu beeinträchtigen. Die Aktionen würden zum Teil nicht zentral, sondern vor Ort geplant. Lufthansa-Passagiere müssen sich somit auf erhebliche Verspätungen einstellen, auch wenn die Airline betont, sie werde die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich halten.

"Es wird zu Verspätungen kommen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott voraus. Reutter betonte: "Wir streiken nicht gegen die Fluggäste. Unser Ziel ist, das Unternehmen wirtschaftlich unter Druck zu setzen." Ob und wie viele Flüge ausfallen, hänge von der Lufthansa ab.

Der größte Streik bei der wichtigsten deutschen Fluggesellschaft seit 13 Jahren soll um Mitternacht beginnen. Nach dem Willen von Verdi soll sich das Boden- und Servicepersonal an dem unbefristeten Ausstand beteiligen.

Die größte deutsche Fluggesellschaft versucht den Betrieb mit einem Notfallplan aufrecht zu erhalten. "Da müssen wir uns überraschen lassen. Oberste Priorität ist es, die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich zu halten", sagte eine Sprecherin. Der erste große Streik bei der Lufthansa seit 13 Jahren beginnt am Montag um 00.00 Uhr, die erste Maschine soll laut Flugplan um 06.30 Uhr abheben.

Kunden können sich auf der Internetseite www.lufthansa.com oder über die kostenlose Telefonnummer 0800/8506070 über die Folgen des Streiks für ihre Reisepläne informieren.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) forderte derweil Verdi und Lufthansa auf, den Konflikt nicht zu überziehen - auch wenn "die Tarifautonomie ein hohes Gut" sei. "Gerade auch viele Arbeitnehmer und ihre Familien, die ihren wohlverdienten Urlaub bereits lange gebucht haben, wären die Leidtragenden", sagte Beckstein der "Welt am Sonntag".

"Ihr habt eine hohe Verantwortung. Die Tarifautonomie ist in einer Bewährungsprobe", sagte FDP-Fraktionsvize Rainer Brüderle der Zeitung. "Die vielen Familien mit ihren Kinder, die in ihren Jahresurlaub wollen, dürfen nicht in Geiselhaft genommen werden." "Man muss akzeptieren, dass in einem Arbeitskampf gestreikt wird.

Aber es ist natürlich ärgerlich, dass weniger der Streikgegner getroffen wird, sondern Unbeteiligte", sagte SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend. Es werde zu Recht Diskussionen über den Streik geben, da "relativ wenige eine Infrastruktur lahmzulegen drohen".

Auch der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Klaus W. Lippold (CDU), verlangte ein schnelles Ende der Auseinandersetzung. "Jede Möglichkeit, diesen Streik zu vermeiden, muss genutzt werden, nicht nur um die Bürger sicher in den Urlaub gelangen zu lassen, sondern auch, um über ein klares Verhandlungsergebnis die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie nicht zu schädigen." Der Haushaltsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Steffen Kampeter (CDU), sagte der Zeitung: "Wenn die Streiklust zunimmt, wird die Arbeitslosigkeit auch wieder steigen."

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