Australische Airline: Qantas kassiert dank Dreamliner-Verzögerung

Australische Airline
Qantas kassiert dank Dreamliner-Verzögerung

Die australische Airline Qantas hat von den Verzögerungen bei der Auslieferung des Boeing-Dreamliners profitiert. Boeing zahlt mehr als 100 Millionen Schadenersatz.
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SydneyDie australische Fluggesellschaft Qantas kann aus der verspäteten Auslieferung des Boeing -Langstreckenjets 787 Dreamliner Profit schlagen. Weil der US-Konzern eine Entschädigung von 125 Millionen Australischen Dollar zahlte, stieg das Qantas-Vorsteuerergebnis im zweiten Halbjahr 2012 um über zehn Prozent auf 223 Millionen Australische Dollar (172 Millionen Euro).

Auf die Zahlungen hatten sich die Unternehmen noch vor den aktuellen Problemen mit Akkus an Bord der Dreamliner geeinigt. Boeing hat ohnehin schon mit Verzögerungen bei dem Projekt zu kämpfen. Im Rahmen eines Sparprogrammes hatte Qantas im vergangenen Jahr eine Bestellung von 35 der Maschinen storniert. Für die Tochtergesellschaft Jetstar will das Unternehmen aber 14 Dreamliner anschaffen. Zudem gibt es die Option zum Kauf von 50 weiteren 787.

Boeing will am Freitag konkrete Vorschläge zur Behebung der Sicherheitsprobleme bei seinem Prestigeflieger vorlegen. Bei einem Spitzentreffen mit der Luftverkehrsbehörde FAA wolle das Unternehmen Lösungen für die Schwierigkeiten mit den Lithium-Ionen-Batterien vorstellen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. Geplant seien Gespräche des Boeing-Verkehrsflugzeug-Chefs Ray Conner mit FAA-Leiter Michael Huerta.

Die Vorschläge seien bereits auf Arbeitsebene von Regierungsvertretern geprüft worden. Sollten Huerta und Verkehrsminister Ray LaHood sich auf sie verständigen, wäre damit eine Grundlage geschaffen, dass die Dreamliner im April wieder starten dürfen, sagte der Insider.

Bereits zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters von einer anderen mit der Situation vertrauten Person erfahren, dass Boeing in den Batterien die Lücken zwischen den einzelnen Zellen vergrößern wolle. Der fehlende Platz sei wohl der Grund für die Überhitzung gewesen. Den 50 Langstreckenfliegern vom Typ 787 Dreamliner, die weltweit in Betrieb sind, war im vergangenen Monat nach einer Pannenserie - darunter ein Feuer an Bord einer parkenden Maschine - die Starterlaubnis entzogen worden.

Seitdem liefert Boeing keine Dreamliner mehr aus. Als Konsequenz aus den Pannen verzichtet der europäische Boeing-Konkurrent Airbus bei seinem neuen Modell A350 auf den Einsatz der modernen Lithium-Ionen-Technologie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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