Austrian Airlines
AUA droht 400 Millionen Verlust

Die Austrian Airlines wird 2008 aufgrund von hohen Abschreibungen einen Jahresverlust von insgesamt über 400 Millionen Euro ausweisen. Zur Absicherung des Geschäftsmodells sei bis zum Erhalt der EU-Genehmigung für den von Österreich zugesagten Zuschuss eine Zwischenfinanzierung vorgesehen. Angaben über die Höhe des Kredits wollte die AUA nicht machen.

HB WIEN. Die Austrian Airlines wird 2008 aufgrund von hohen Abschreibungen einen Jahresverlust von insgesamt über 400 Mio. Euro ausweisen. Zur Absicherung des Geschäftsmodells sei bis zum Erhalt der EU-Genehmigung für den von Österreich zugesagten Zuschuss eine Zwischenfinanzierung vorgesehen, teilte die wirtschaftlich angeschlagene Fluglinie am Freitagnachmittag mit. Angaben über die Höhe des Kredits wollte die AUA nicht machen.

Die österreichische Fluglinie steht kurz vor einem Verkauf an die Lufthansa. Die Deutschen wollen aber nur etwa die Hälfte der Schulden von insgesamt knapp einer Milliarde Euro übernehmen. Die Republik Österreich will daher zur Erfüllung des Verkaufsprozesses der AUA mit 500 Mio. Euro unter die Arme greifen. Der Zuschuss muss aber von der EU-Kommission genehmigt werden, die zuvor prüfen muss, ob es sich um eine verbotene Beihilfe handelt. In mit der Situation vertrauten Kreisen heißt es, dass mit einer Entscheidung der EU frühestens im Februar gerechnet werden könne.

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber gab sich kürzlich zuversichtlich, dass die EU grünes Licht für die Übernahme der AUA geben werde. Der höhere Jahresverlust oder die Zwischenfinanzierung werden keine Auswirkungen auf den Verkaufsprozess haben, sagte ein AUA-Sprecher. "Die Lufthansa weiß Bescheid", fügte er an.

Die Vertragsunterzeichnung zwischen AUA-Eigentümer ÖIAG und Lufthansa ist für den 5. Dezember geplant. Die Deutschen übernehmen das knapp 42-prozentige Staatspaket an der AUA und überlegen in Folge ein Übernahmeangebot an den Streubesitz. Analysten gehen davon aus, dass ein Übernahmeangebot erst nach Vorlage der EU-Genehmigungen im Frühjahr erfolgen werde.

An Abschreibungen werden 2008 rund 240 bis 290 Mio. Euro erwartet, wobei rund 150 bis 200 Mio. Euro auf die Wertminderung von Flugzeugen zurückzuführen seien. Die im Zuge der Mitte Oktober ausgegebenen Gewinnwarnung genannte Prognose für den Jahresverlust vor Sondereffekten von 100 bis 125 Mio. Euro bleibe aufrecht, teilte die AUA mit.

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