Autokrise
Wirtschaftskrise schlägt auf Konsum durch

Im Endeffekt war es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Wirtschaftskrise auch auf die Verbraucher durchschlagen würde. Nun ist es passiert. Der Einzelhandel verzeichnet rückläufige Umsätze. Die Binnennachfrage bricht langsam weg.

HB WIESBADEN. Die Wirtschaftskrise hat die Kauflust der Verbraucher gebremst und dem Einzelhandel sinkende Umsätze beschert. Herbe Rückschläge wie in der Industrie blieben aber zum Jahresbeginn aus. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verringerte sich der Einzelhandelsumsatz im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 1,2 Prozent und real um 1,3 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2008 sank der Umsatz unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal um 0,5 und real um 0,6 Prozent.

Überdurchschnittlich betroffen war im Januar der zuletzt aufstrebende Internet- und Versandhandel, dessen Erlöse binnen Jahresfrist nominal um 7,5 Prozent und real um 8,2 Prozent einbrachen. Im Gesamtjahr 2008 hatte sich der Versandhandel noch unbeeindruckt von der Flaute gezeigt und mit einem Plus von nominal 7,2 Prozent und real 6,1 Prozent die größte Umsatzsteigerung aller Einzelhandelsbranchen erzielt.

„Offensichtlich haben die trüben Wirtschaftsaussichten die Kaufbereitschaft der privaten Haushalte trotz gestiegener Realeinkommen schwer belastet“, schrieb die Bank UniCredit in einer Kurzanalyse. Die Commerzbank erwartet vom Handel auch in den kommenden Monaten keine positiven Impulse, zumal sich die Lage am Arbeitsmarkt spürbar verschlechtere: „Dies dürfte den Effekt der niedrigen Energiepreise und die Steuerentlastungen im Rahmen der Konjunkturpakete mehr als ausgleichen.“ Das Institut erwartet, dass sich der Abwärtstrend im deutschen Einzelhandel verstärken wird.

Im Januar setzte der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren nominal 1,2 Prozent und real 2,4 Prozent weniger um als im gleichen Monat des Vorjahres. Dabei verzeichneten Supermärkte, SB- Warenhäuser und Verbrauchermärkte einen geringeren Rückgang (nominal um 1,1 Prozent, real um 2,2 Prozent) als der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln, dessen Umsätze nominal um 2,3 Prozent und real um 4,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat lagen.

Auch im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wurde weniger umgesetzt als vor einem Jahr. Nur mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Erzeugnissen erzielten Händler eine nominale Umsatzsteigerung (plus 1,2 Prozent), real gingen die Erlöse aber auch in diesem Segment um 0,9 Prozent zurück.

Das Ergebnis für den Januar 2009 wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen etwa 76 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel erzielt werden.

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