Autoprüfdienst
Dekra nutzt Rezession zum Shopping

Der weltgrößte Autoprüfdienst Dekra forciert die Expansion außerhalb Europas, um seine ehrgeizigen Wachstumsziele auch in der Rezession zu erreichen. Vorstandschef Schmidt, der im ersten Halbjahr ein Umsatzplus verbuchen konnte, konzentriert sich bei der Expansion auf Südafrika, Brasilien und die USA.

STUTTGART. In Südafrika hat das Stuttgarter Unternehmen 36 Prüfzentren von verschiedenen Wettbewerbern übernommen und will das Netz vor der Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr auf 40 ausbauen. „In Märkte mit Potenzial gehen wir nach Möglichkeit frühzeitig, bevor es staatliche Regelungen zur periodischen Fahrzeugkontrolle gibt“, sagt Dekra-Chef Klaus Schmidt dem Handelsblatt. Dafür brauche man zwar einen langen Atem, aber sei danach nicht so leicht von einem später kommenden Wettbewerber zu verdrängen.

Südafrika hat genauso viele Einwohner wie Spanien und bereits mit 9,1 Mio. Fahrzeugen halb so viele Vehikel auf der Straße – mit stark steigender Tendenz. Bislang beschränkt sich Dekra auf die im Land gesetzlich vorgeschriebene Fahrzeugprüfung bei Halterwechsel. Die südafrikanische Regierung plant aber eine flächendeckende turnusmäßige Fahrzeugüberwachung nach europäischem Vorbild.

„Wachstum können wir vor allem außerhalb Europas generieren“, betont Schmidt. Vor einem großen Schritt steht der Prüfdienstleister auf dem Lkw-Markt in den USA. Dort gibt es keine Fahrzeugprüfungen, allerdings strenge Kontrollen, bei denen jeder vierte kontrollierte Lkw saftige Strafen bis hin zur sofortigen Stilllegung kassiert. Mit der Eigenkontrolle wollen Speditionen diesem Risiko vorbeugen.

Um davon zu profitieren, hat Dekra eine Kooperation mit der amerikanischen Checkmark vereinbart. Die Firma führt im Auftrag des Transportverbandes und der Behörden Sicherheitsprüfungen durch. „Es ist zwar noch keine Pflichtprüfung wie bei uns, aber es ist bereits eine Vorstufe zu europäischen Verhältnissen auf dem immer noch weltgrößten Automobilmarkt“, sagt Schmidt.

Insgesamt will Dekra im außereuropäischen Geschäft in den kommenden Jahren 100 Mio. Euro zusätzlichen Umsatz generieren. Dabei ist das Unternehmen den deutschen Wettbewerbern, den TÜVs, voraus. Bereits zu Jahresbeginn hat Dekra 67 Prozent an der führenden Prüforganisation in Brasilien übernommen.

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