Autovermieter hebt Ergebnisprognose an
Sixt fährt auf Erfolgskurs

Deutschlands größter Autovermieter Sixt wächst stärker als erwartet. Die Umsatz- und Gewinnprognose wurde daher für das laufende Jahr angehoben. Und die Fußball-WM soll dem Geschäft noch einen weiteren Schub geben. Das Einkommen von Mietwagen-König Erich Sixt bleibt derweil geheim.

HB MÜNCHEN. Nach einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum in den ersten drei Monaten habe das zweite Quartal nach vorläufigen Berechnungen über den Erwartungen gelegen, begründete das im SDax gelistete Unternehmen am Donnerstag den Optimismus. Deshalb erwarte Sixt nun ein Wachstum des Vorsteuergewinns von mindestens 25 %. Bisher war Sixt von einem Zuwachs von mindestens 20 % ausgegangen. Der operative Konzernumsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäften solle um mehr als die ursprünglich prognostizierten fünf Prozent steigen. 2004 hatte Sixt einen Vorsteuergewinn von 50,5 Mill. € erzielt bei einem operativen Konzernumsatz von 934 Mill. €.

„Auch diese neue Vorhersage ist keinesfalls gewagt. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, wie wichtig es ist, Prognosen einzuhalten oder besser noch: zu übertreffen“, sagte Unternehmens-Chef Erich Sixt auf der Hauptversammlung in München vor rund 800 Aktionären. Die Aktie von Sixt legte um fast sechs Prozent auf 24,25 € zu.

Sixt bekräftigte seine mittelfristige Prognose, der operative Konzernumsatz solle bis 2008 auf 1,3 Mrd. € und das Vorsteuerergebnis auf 70 bis 90 Mill. € steigen. „Ich sage aber ganz klar, dass ich aus heutiger Sicht enttäuscht wäre, wenn wir nur das untere Ende dieser Spanne erreichen würden“, sagte er. Das Szenario sei auch daran daran geknüpft, dass das konjunkturelle Umfeld die Geschäftsentwicklung unterstütze. „Wir können jedoch die Konjunktur nicht voraussagen, das kann nicht mal Herr Eichel“, sagte der Firmenchef.

Für das nächste Jahr erhofft sich Sixt auch durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zusätzliches Geschäft. Dazu habe Sixt eine Vereinbarung mit dem Autohersteller Hyundai, der zu den offiziellen Sponsoren des sportlichen Großereignisses gehört, geschlossen. Der Schub, den das Vermietgeschäft durch die Weltmeisterschaft erhalten solle, sei aber noch nicht zu beziffern, sagte Sixt.

Die Hauptversammlung gab außerdem einem Antrag des Vorstandes statt, die Bezüge der Vorstandsmitglieder nicht individuell ausweisen zu müssen. 98 % des anwesenden Kapitals befürworteten die Abweichung von der Offenlegungsvorschrift. Laut dem Gesetz zur Offenlegung von Managergehältern ist eine Zustimmung der Hauptversammlung von 75 % erforderlich, um den Einzelausweis zu vermeiden. Die Abstimmung war allerdings eher Formsache, da Erich Sixt über die notwendige Mehrheit an Stammaktien selbst verfügte.

Aktionärsvertreter hatten die Absicht des Vorstandes kritisiert, Unternehmenschef Sixt das Vorhaben verteidigt: „In meinem Fall will ich mein ohnehin vorhandenes persönliches Risiko nicht noch weiter dadurch vergrößern, dass ich Neid schüre.“ Die 15 Personen des Vorstands und der Geschäftsführung verdienten zusammen 4,1 Mill. €. Es hätte niemand etwas davon, sein Gehalt zu kennen, sagte Sixt, der 56,8 % der Sixt-Stammaktien hält und damit 89 % des am Donnerstag anwesenden stimmberechtigten Kapitals ausmachte.

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